Turnaround geschafft: Bei VAT stehen die Zeichen wieder auf Erfolg

Die Geschäfte der Vakuumventilherstellerin VAT in Haag nehmen Tempo auf. Der Umsatz steigt markant.

Stefan Borkert
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Aufatmen am Hauptsitz der VAT Group AG in Haag. Die Nachfrage zieht wieder an. Bild: KEYSTONE/Gian Ehrenzeller

Aufatmen am Hauptsitz der VAT Group AG in Haag. Die Nachfrage zieht wieder an. Bild: KEYSTONE/Gian Ehrenzeller

Hightech Der CEO der VAT, Mike Allison, lag richtig. Die Digitalisierung hat der weltgrössten Herstellerin von Vakuumventilen den Weg aus der Krise gewiesen. Die Kurzarbeit für 400 Mitarbeitende ist seit Mitte Jahr Vergangenheit. Die Nachfrage aus der Hightech-Industrie hat wieder angezogen. So verbesserte sich der Auftragseingang und der Nettoumsatz gegenüber dem zweiten Quartal des Jahres erneut, wie VAT in einem Communiqué schreibt. Demnach stieg der Auftragseingang gegenüber dem zweiten Quartal um zehn Prozent auf 147 Millionen Franken. Der Nettoumsatz im dritten Quartal lag mit 137 Millionen Franken ebenfalls leicht darüber.

Die anziehende Nachfrage sei hauptsächlich auf die Normalisierung der Lagerbestände der VAT-Kunden zurückzuführen, besonders im Bereich der Halbleiterfertigung. In Erwartung weiterer technologischer Fortschritte und einer mittelfristigen Erholung bei den Ausrüstungsinvestitionen werde derzeit eine Rekordzahl neuer Produktionsplattformen entwickelt, heisst es bei VAT. Die Halbleiter- und Displayhersteller seien mit ihren Investitionen aber noch zurückhaltend

Bei den Ventilen, dem grössten Segment von VAT, wurde im dritten Quartal 2019 ein Wachstum bei Auftragseingang und Nettoumsatz gegenüber dem zweiten Quartal von 15 Prozent beziehungsweise 2 Prozent auf 116 und 103 Millionen Franken erzielt. Das Wachstum wurde auch hier durch die höhere Nachfrage im Geschäftsbereich Halbleiter getragen. Darüber hin­aus lieferte VAT mehrere Produktprototypen aus, die von den Kunden für den Einsatz in der nächsten Generation von Halbleiterfertigungsanlagen erprobt werden sollen.

Displays für Smartphones bringen Geschäfte voran

Im Geschäftsbereich Displays wird die Nachfrage nach Vakuumventilen unter anderem durch die neuste Generation der OLED-Displays für mobile Geräte getrieben. Die Herstellung dieser neuen Displaygeneration sei komplexer als zuvor und erfordere zusätzliche Schritte, die ebenfalls unter Vakuumbedingungen ausgeführt würden, schreibt VAT.

Die Wachstumstreiber von VAT bleiben, wie CEO Allison immer wieder betont, also intakt. Gemeint sind: das Internet der Dinge, Cloudtechnologie, künstliche Intelligenz und weitere globale Digitalisierungstrends. Sie würden der Nachfrage nach Halbleitern und modernen Displays weiter Auftrieb verleihen. Dies wiederum dürfte die Nachfrage nach den Vakuumkomponenten und den dazugehörigen Dienstleistungen von VAT ankurbeln. Diese seien für die Präzisionsfertigung der digitalen Komponenten unverzichtbar. Ausserdem erwartet VAT den Ausbau vakuumbasierter Produktionsprozesse in anderen Branchen.