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Kommentar

Bei Hochdorf hat die Selbstlosigkeit gewonnen

Die Generalversammlung des Milchverarbeiters Hochdorf hat gezeigt, dass auch Minderheitsaktionäre ein gewichtiges Wort mitreden können. Wenn sie keine Eigeninteressen verfolgen.
Maurizio Minetti
Maurizio Minetti.

Maurizio Minetti.

Es braucht eine gehörige Portion Selbstlosigkeit, um freiwillig auf 300 000 Franken zu verzichten. Diesen Betrag hätte die Familie Weiss erhalten, wenn am Freitagabend an der Generalversammlung des Milchverarbeiters Hochdorf die Ausschüttung der Dividende genehmigt worden wäre. Doch es war die Familie selbst, die sich gegen die Ausschüttung ausgesprochen hat. Ihre Begründung: Lieber auf kurzfristiges Geld verzichten, als zu riskieren, dass ein Traditionsunternehmen wie Hochdorf langfristig in noch grössere Schwierigkeiten gerät. Zum Zeitpunkt der Ablehnung der Dividende war noch nicht klar, ob die Revolte der kritischen Aktionäre klappen würde.

Um überhaupt ein entsprechendes Traktandierungsbegehren stellen zu dürfen, musste sich die Familie Weiss mit der Familie Maurer zusammentun, die ebenfalls nur im einstelligen Prozentbereich bei Hochdorf engagiert ist. Beide sind langjährige Aktionäre und beide wollen offensichtlich, dass sich Hochdorf wieder aufrappelt. Dafür verzichteten sie auf viel Geld. Das machte ihre Forderung glaubwürdig.

Warum ist das Vorgehen dieser Aktionärsgruppe wichtig im Kampf um die Zukunft von Hochdorf? Weil es zeigt, dass auch Minderheitsaktionäre ein gewichtiges Wort mitreden können, wenn sie fernab von Eigeninteressen die anderen Anteilshaber von ihrer Idee überzeugen können. Dem Vernehmen nach war es nämlich die Familie Weiss, die letztes Jahr als Erste auf den Tisch gehauen hat – noch bevor die Zentralschweizer Milchproduzenten mit ihrer Forderung einer Erneuerung des Verwaltungsrats an die Öffentlichkeit traten. Der Rest ist Geschichte.

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