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Bei Bauwerk Parkett ist der Holzwurm drin

Rückläufige wichtige Märkte und mehrere Probleme am ausgebauten Produktionsstandort Kroatien haben der Bauwerk Boen Group das Ergebnis vermasselt. Für das laufende Jahr zeigt sich die Parkett-Gruppe mit Sitz in St.Margrethen zuversichtlich.
Thomas Griesser Kym
Produktion bei Bauwerk Parkett in St.Margrethen. (Bild: Urs Bucher (22. August 2017))

Produktion bei Bauwerk Parkett in St.Margrethen. (Bild: Urs Bucher (22. August 2017))

Im ersten Semester 2018 hatte es noch gut ausgesehen: Mehr Umsatz, mehr Gewinn. Doch seither ist einiges nicht wunschgemäss verlaufen bei der Bauwerk Boen Group. So nahm im vergangenen Geschäftsjahr der Parkettverbrauch in den beiden wichtigen Märkten Norwegen und Deutschland um 11 respektive um 6 Prozent ab. Ein schwacher Trost: Das Unternehmen schlug sich mit Absatzeinbussen von 6 und 2,5 Prozent weniger schlecht als der Gesamtmarkt und macht einen «deutlichen» Gewinn von Marktanteilen geltend.

Eine weitere Baustelle ist, trotz des Abschlusses des Ausbaus, das Produktionswerk in Kroatien. Dort wurden zwar alle Anlagen fristgerecht in Betrieb genommen, und dank der neuen Oberflächen- und Endbearbeitungslinie wurden die ersten Dreischichtparkett-Fertigprodukte hergestellt und an Kunden ausgeliefert. Doch fehlte es dem Werk in Durdevac mengenmässig an Rohstoff, und die Qualität des Eichenschnittholzes war witterungsbedingt unzureichend, wie die Gruppe schreibt. Hinzu kommt ein Mangel an lokalem Fachpersonal.

Ergebnisse sind erodiert

Das Resultat: Das kroatische Werk hat die angestrebte Effizienz verfehlt. Erschwerend hinzu kommen für die ganze Gruppe einerseits Überkapazitäten im europäischen Parkettmarkt, was zu Preisdruck im Verkauf führt. Auf der anderen Seite übersteigt die Nachfrage nach Eichenholz für grossformatige Parkettdielen nach wie vor das Angebot, weshalb Bauwerk Boen kurz- bis mittelfristig steigende Rohstoffpreise erwartet.

Alle negativen Einflüsse haben 2018 an den Ergebnissen der Gruppe genagt. Der Reingewinn sank um 16 Prozent auf 9,7 Millionen Franken und das Betriebsergebnis um 23 Prozent auf 16,9 Millionen Franken. Den Umsatz konnte die Gruppe mit 1700 (im Vorjahr 1800) Mitarbeitenden um 2,4 Prozent auf 292 Millionen Franken steigern, wobei sich das Plus ohne Währungseinflüsse auf 0,3 Prozent reduziert. Absatzmässig ging das Volumen an verkauften Bodenbelägen der Marken Bauwerk Parkett und Boen um 1,5 Prozent auf 9 Millionen Quadratmeter zurück.

Über der Bauwerk Boen Group haben sich dunkle Wolken zusammengebraut. (Bild: Benjamin Manser (St.Margrethen, 18. Januar 2018))

Über der Bauwerk Boen Group haben sich dunkle Wolken zusammengebraut. (Bild: Benjamin Manser (St.Margrethen, 18. Januar 2018))

Zuwächse in der Schweiz und ausserhalb Europas

Den Einbussen in Norwegen und Deutschland standen auch Märkte gegenüber, in denen Bauwerk Boen zulegen konnte. So etwa im anspruchsvollen Markt Schweiz, wo der Umsatz um 2,1 Prozent zunahm. In ganz Europa stiegen die Verkäufe um 1,7 Prozent auf 267 Millionen Franken, in Asien und den USA legten sie um 10,7 Prozent auf 25 Millionen Franken zu. Damit trugen die aussereuropäischen Märkte 8,6 Prozent zum Umsatz bei nach 8 Prozent im Vorjahr.

Bauwerk Boen hat 2018 ins kroatische Werk 5 Millionen Franken investiert und weitere 1,9 Millionen Franken in die Automatisierung des Werks Litauen. Dort ist die Produktivität gesteigert worden, und Engpässe in der Fertigung hätten sich entspannt. Für das laufende Jahr sind Gesamtinvestitionen zwischen 10 und 12 Millionen Franken geplant.

Dieses Jahr soll es wieder aufwärts gehen

Dieses Jahr will Bauwerk Boen die Probleme in Kroatien angehen. Es stünden Schritte im Vordergrund, um die Materialversorgung sicherzustellen, die Qualität des Eichenholzes zu verbessern und die Produktion effizienter zu machen.

Trotz aller Herausforderungen zeigt sich die Bauwerk Boen Group zuversichtlich, dieses Jahr den Umsatz erhöhen zu können. Dank der eingeleiteten Massnahmen zur Effizienzsteigerung gehe man auch davon aus, die Ertragszahlen wieder zu verbessern. Angestrebt werde eine operative Marge von über 6 Prozent des Umsatzes, nachdem sie 2018 von 7,7 auf 5,8 Prozent erodiert war.

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