Bei Banken sinken die Löhne, nur für die Direktoren nicht

BERN. Bei den Banken haben 65% der Beschäftigten 2015 keine Erhöhung des Fixlohns erhalten. Der Durchschnittslohn in der Branche sank sogar. Boni gab es höhere, aber für weniger Angestellte. Und die Zahl der Beschäftigten mit relativ tiefem Lohn stieg.

Merken
Drucken
Teilen

BERN. Bei den Banken haben 65% der Beschäftigten 2015 keine Erhöhung des Fixlohns erhalten. Der Durchschnittslohn in der Branche sank sogar. Boni gab es höhere, aber für weniger Angestellte. Und die Zahl der Beschäftigten mit relativ tiefem Lohn stieg. Das geht aus der gestern veröffentlichten Lohnumfrage des Schweizerischen Bankpersonalverbands (SBPV) vom Frühling 2015 hervor.

Demnach sank der Medianlohn – die Hälfte der Löhne liegt unter diesem Wert, die andere Hälfte darüber – in allen Beschäftigtenkategorien ausser bei den Direktionen. Der Medianlohn über alle Bankangestellten gesehen stagnierte bei 100 000 Fr. im Jahr. Die Mitarbeitenden mussten 2015 mit einem Medianlohn von 75 400 Fr. auskommen nach 78 000 Fr. 2013. Die Frauen verdienten gut 3500 Fr. weniger als die Männer. Der Anteil der Bankangestellten mit einem Jahreslohn unter 70 000 Fr. stieg um 2 auf 21%. Im Kader erreichte der Medianlohn 107 000 Fr. nach 110 000 bei der letzten Umfrage 2013. Hier verdienten die Frauen 10 000 Fr. weniger.

In der Teppichetage strichen die Direktionen (ohne Generaldirektion) 150 500 Fr. ein, 1000 mehr als 2013. Die Männer erhielten 153 000, die Frauen 146 500 Franken. Die Lohnschere verengte sich von 9000 auf 6500 Franken.

Im Vergleich mit 2013 erhielten nur noch 68% der Befragten einen Bonus. Das ist ein Rückgang um 14%. Dafür waren die Boni höher, insbesondere bei den hohen Lohnkategorien und bei den Männern. Gleich blieben die Boni-Unterschiede hingegen zwischen Männern und Frauen, auf Stufe Direktion stiegen sie sogar. So kam ein Direktor auf einen Bonus von 34 000 Fr. nach 26 000 im Jahr 2013. Direktorinnen erhielten hingegen mit 22 000 Fr. nur 2000 mehr als 2013. (sda)