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Bedarf an weniger qualifizierten Arbeitsplätzen nimmt ab

KOF-Umfrage Was sind die Auswirkungen der «vierten industriellen Revolution»? Die Konjunkturforschungsstelle an der ETH Zürich (KOF) hat erstmalig die in der Schweiz ansässigen forschenden Ökonominnen und Ökonomen zu deren Einschätzungen befragt.

KOF-Umfrage Was sind die Auswirkungen der «vierten industriellen Revolution»? Die Konjunkturforschungsstelle an der ETH Zürich (KOF) hat erstmalig die in der Schweiz ansässigen forschenden Ökonominnen und Ökonomen zu deren Einschätzungen befragt. Diese sind hinsichtlich der kurzfristigen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt geteilter Meinung. In der Zusammenfassung der Studie, die für das Schweizer Fernsehens SRF erstellt wurde, schreibt die KOF, dass die Experten längerfristig keine negativen Effekte erwarten. Sie beurteilen die Schweizer Wirtschaft als relativ gut aufgestellt für die Herausforderungen der Industrie 4.0.

Unbestritten ist, dass die Produktions- und Logistikprozesse seit der flächendeckenden Nutzung des Internets im Umbruch sind. Im Vordergrund stehen dabei oftmals die sichtbare Automatisierung, Digitalisierung und Robotisierung von Prozessen, die früher von Menschen gemacht wurden. Damit einher geht eine weitverbreitete Angst vor technologiebedingter Arbeitslosigkeit, insbesondere in Berufen, in denen Routinearbeit die Regel ist. In jüngerer Zeit wird aber auch von möglichen Automatisierungen von mittel- bis hochqualifizierten Arbeiten gewarnt.

Die Verteilung der Einkommen wird ungleicher ausfallen

Hinsichtlich der langfristigen Auswirkungen sind sich die befragten Ökonomen eher einig: Knapp 50 Prozent rechnen mit keinen Auswirkungen auf die Arbeitslosigkeit. Nimmt man hier die Antworten dazu, die eine Abnahme der Arbeitslosigkeit erwarten, sind es sogar 65 Prozent. Etwas mehr als 30 Prozent rechnen hingegen mit leichten bis stark negativen längerfristigen Effekten auf den Arbeitsmarkt. Weniger positiv und noch eindeutiger beurteilen die Ökonomen die Effekte auf die Einkommensverteilung. Eine Mehrheit tendiert zur Ansicht, dass in den Industrieländern die Einkommensverteilung durch diese neuen Technologien ungleicher werden könnte. In der Schweiz dürften die Robotik und Digitalisierung tendenziell dazu führen, dass der Bedarf an weniger qualifizierten Arbeitskräften abnimmt und der an hochqualifizierten zunimmt, so ein weiteres Ergebnis der Studie. Bei der Bewertung des Bedarfs an Mittelqualifizierten sieht die Mehrzahl der Ökonomen ebenfalls eine geringere Nachfrage, doch rechnet auch hier ein beträchtlicher Anteil mit keiner Änderung.

Der ehemalige Leiter des Thurgauer Wirtschaftsinstituts und heutige Leiter der KOF, Jan Egbert Sturm, sagte gegenüber dem SRF: «Im Durchschnitt werden wir alle mehr verdienen können, weil der technologische Fortschritt dafür sorgen kann. Gleichzeitig ist es so, dass die grossen Gewinner diejenigen Personen sind, die richtig ausgebildet sind. Richtig in dem Sinn, dass sie mit den neuen Technologien umgehen können.»

Insgesamt sehen die Ökonomen die Schweiz bei der Industrie 4.0 eher auf der Gewinnerseite. Die Rahmenbedingungen seien hierzulande so ausgestaltet, dass die Schweiz eher an Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Industrieländern gewinnen könne. Allerdings wird mehrheitlich eine weitere Verbesserung der Rahmenbedingungen angemahnt. (bor)

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