BAUZULIEFERER: Arbonia kratzt an der Milliarde

Die frühere AFG Arbonia-Forster hat 2016 ihr Umsatzziel knapp erreicht und ihre Rentabilität gesteigert.

Thomas Griesser Kym
Drucken
Teilen

Thomas Griesser Kym

Der Gebäudezulieferer Arbonia hat im vergangenen Geschäftsjahr gut 995 Mio. Fr. umgesetzt. Das sind 5,7% mehr als im Vorjahr. Währungs- und akquisitionsbereinigt reduziert sich das Wachstum auf 0,9%. Das kleine Plus kam trotz mehrerer hemmender Faktoren zustande. Dazu zählen die Verlagerung des Fensterbaus der Ego Kiefer von der Schweiz in die Slowakei und nach Deutschland sowie die Übernahme mehrerer Firmen (Looser, Koralle, Wertbau), was Man­power bindet und Geld kostet. Dazu zählen auch der anhaltende Wettbewerbs- und Importdruck in der Schweiz, in der zudem der Gewerbebau rückläufig ist, und eine nach vielversprechendem Start enttäuschende Entwicklung des italienischen Markts. Als Grund nennt die Arbonia, dass zunehmende politische und finanzielle Instabilität das Investitionsklima beeinträchtigten.

Auf der anderen Seite legten die osteuropäischen Märkte in der Slowakei, in Tschechien und Polen «erfreuliche Wachstumsraten» an den Tag, wie die frühere AFG Arbonia-Forster feststellt. Rückenwind verleiht auch die anhaltend hohe Bautätigkeit im für die Arbonia so wichtigen Markt Deutschland. Dort sorgen «eine anhaltend hohe Zuwanderung aus dem Ausland sowie die Binnenmigration in den Ballungszentren» für eine steigende Nachfrage nach Wohnraum. Hinzu kommen das extrem tiefe Zinsniveau und ein Mangel an alternativen Anlagemöglichkeiten, was die Investitionen in Wohnungsneubauten weiter angetrieben habe. Einziger Wermutstropfen in Deutschland: Das Wachstum werde «von dem bereits an der Kapazitätsgrenze arbeitenden Baugewerbe gebremst».

Ego Kiefer hat etwas weniger verkauft

Nach den drei Divisionen betrachtet, konnte die Arbonia die Verkäufe in der Gebäudetechnik und der Gebäudesicherheit steigern, während sie in der Gebäudehülle etwas zurückglitten. Dabei verzeichnete Ego Kiefer «volumen- und preisbedingt einen leichten Umsatzrückgang», setzte also mengenmässig weniger ab und das zu tieferen Preisen, wohl als Folge des eingangs erwähnten Wettbewerbs- und Preisdrucks.

Betreffend Rentabilität hält die AFG an ihrem Ausblick vom August fest. Damals hatte sie eine weitere Zunahme des Betriebsgewinns Ebitda prognostiziert, nach 23,3 Mio. Fr. im 1. Semester.