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Bauwerk Parkett schichtet um

Ein Fonds steigt aus, eine Stiftung stockt auf: Die Bauwerk Boen Group in St. Margrethen gehört künftig mehrheitlich der Ernst-Göhner-Stiftung, die sich langfristig engagieren will.
Thomas Griesser Kym
Die Bauwerk Boen Group verkauft jährlich 9,5 Millionen Quadratmeter Parkett. (Bild: Benjamin Manser (St. Margrethen, 18. Januar 2018))

Die Bauwerk Boen Group verkauft jährlich 9,5 Millionen Quadratmeter Parkett. (Bild: Benjamin Manser (St. Margrethen, 18. Januar 2018))

Thomas Griesser Kym

Die Bauwerk Boen Group hat ein «gutes Jahr» hinter sich und ist «sehr positiv» gestimmt für die Zukunft. Das sagt Klaus Brammertz, der das Unternehmen mit dem Hauptsitz und einem Produktionswerk in St. Margrethen leitet. Man habe Chancen, speziell in den wichtigsten und wachsenden Absatzmärkten Schweiz, Deutschland, Norwegen und Österreich. Nun hat die Firmengruppe, die 1900 Mitarbeitende hat und im Geschäftsjahr 2016 fast 280 Millionen Franken umsetzte, einen Mehrheitsaktionär bekommen. Es ist die EGS Beteiligungen AG (EGSB), eine Tochtergesellschaft der Ernst-Göhner-Stiftung. Bisher hielt die EGSB 31,5 Prozent an der Bauwerk Boen Group, nun hat sie dem Fonds ZM Opportunity II dessen 33,3-Prozent-Paket zu ei­nem ungenannten Preis abgekauft. Neu hält die EGSB somit 64,8 Prozent an der Bauwerk Boen Group. Der weitere Grossaktionär, das norwegische Familienkonglomerat Johan G. Olsen Group, bleibt am Parketthersteller mit 33,2 Prozent beteiligt.

Wie Brammertz sagt, bleibt die «erfolgreiche Gruppenstrategie» von der Umschichtung im Aktionariat unberührt. Das bestätigt EGSB-Chef Dominik Sauter. Man habe bei Bauwerk Boen in den vergangenen Jahren «viel bewegt», und das Unternehmen sei «sehr gut aufgestellt». Die EGSB sei mit der Entwicklung des führenden Herstellers von Premium-Parkettböden in Europa sehr zufrieden. Sie sei ein langfristig orientierter Aktionär und habe ihrem Engagement keine fixe Laufzeit gesetzt.

Eine bewegte Vergangenheit

Die Bauwerk Boen Group hat in St. Margrethen und in Kroatien, wo eine Parkettfabrik im Aufbau ist, jeweils rund 240 Mitarbeitende. Gut 1500 Beschäftigte sind am Produktionsstandort Litauen angestellt. Die Gruppe hat kon­tinuierlich ihre Produktion optimiert und ihre Effizienz gesteigert. In St. Margrethen wurde und wird in die Modernisierung der Infrastruktur investiert. Der Ostschweizer Standort beherbergt neben dem administrativen Hauptsitz der Gruppe auch deren Technologiezentrum mit Labors und Entwicklungsabteilungen. Hier werden ausserdem die anspruchsvollsten 2-Schicht-Parkettprodukte hergestellt, vor allem für den Heimmarkt Schweiz, wie Brammertz sagt.

Die Bauwerk Boen Group wurde 2013 formiert. Damals wurde die Bauwerk Parkett AG aus St. Margrethen mit der norwegischen Boen AS zusammengeschlossen. In den Jahren zuvor hatte sich Bauwerk Parkett zum laut eigenen Angaben führenden europäischen Entwickler, Hersteller und Anbieter von Parkettböden gemausert. Dies mit Hilfe der Eigentümer, welche Bauwerk Parkett 2009 übernommen hatten: die EGSB und die Zurmont Madison Private Equity (heute Patrimonium Private Equity), ei­ne Beteiligungsgesellschaft, die den Fonds ZM Opportunity II berät. Dank ihrer finanziellen Mittel konnte Bauwerk Parkett ihre Wachstumsstrategie samt internationaler Expansion in Europa, China und den USA vorantreiben. Bei Boen wiederum machte die Olsen Group den Standort in Litauen zu einer der grössten und kostengünstigsten Parkettfabriken Europas, bevor es zur Fusion zur Bauwerk Boen Group kam. Dieser Entscheid war mit eine Folge des ersten Frankenschocks von 2011, der Bauwerk Parkett durchgerüttelt hatte. Die Strategie trägt Früchte: Seit 2010 wurde das Absatzvolumen fast verdreifacht, und Brammertz zeigt sich überzeugt, «nachhaltige Gewinnsteigerungen» zu erreichen.

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