BASELWORLD: Schweizer Uhrenindustrie bläst weiterhin Trübsal

Die Uhren- und Schmuckmesse Baselworld feiert ihr 100-Jahr-Jubiläum. Die Vorzeichen der diesjährigen Ausgabe stehen aber schlecht: Der Rückgang der Schweizer Uhrenexporte verschärfte sich im Februar.

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Ein Schweizer Uhrmacher am Werk. (Bild: KEY)

Ein Schweizer Uhrmacher am Werk. (Bild: KEY)

Heute öffnet die weltgrösste Uhren- und Schmuckmesse Baselworld zum 100. Mal ihre Türen. Die Messe versammelt die wichtigsten Akteure aus allen Bereichen der internationalen Uhren- und Schmuckindustrie unter einem Dach. Sie zählt in diesem Jahr allerdings weniger Aussteller. Die Uhrenbranche steckt derzeit in einer Krise.

Im vergangenen Jahr fielen die Schweizer Uhrenexporte um ein Zehntel auf das tiefste Niveau seit 2011. Auch 2017 ging die Talfahrt weiter. Im Februar sanken die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahresmonat um 10% auf 1,49 Mrd. Franken. Für die gebeutelte Uhrenbranche ist dies der 20. Monat in Folge mit einem Rückgang. Besonders betroffen ist der zweitgrösste Exportmarkt USA mit einem Taucher von 26,2% im Vergleich zum Februar 2016, wie die jüngsten Zahlen des Verbands der Schweizerischen Uhrenindustrie (FH) zeigen.

Nur teilweise eingedämmt

Die Zunahme der Exporte nach China, dem drittwichtigsten Markt, um 6,7% vermochten das Minus nur teilweise einzudämmen. Januar und Februar 2017 zusammengerechnet, schrumpften die Ausfuhren um 8,3% auf 2,93 Mrd. Franken. Im Januar hatte sich die Einbusse noch auf 6,2% beschränkt.

Die wirtschaftlichen Probleme der Uhrenhersteller sind denn auch an der Uhrenmesse in Basel zu spüren. Die Zahl der Aussteller reduzierte sich im Vergleich zum vergangenen Jahr von 1500 auf 1300, wie Baselworld-Direktorin Sylvie Ritter vor den Medien in Basel sagte. Der Rückgang sei aber nicht ausschliesslich auf die schwierige Marktlage zurückzuführen. So wurden Aussteller, die nicht zum Konzept der Messe passten und nicht unsere Kriterien erfüllten, abgelehnt. Die Baselworld setze stärker auf Qualität und nicht auf Quantität, betonte Ritter. Unter anderem wurde unabhängigen Uhrenfirmen ein prominenter Platz in den Hallen eingeräumt und ein Bereich für Designer eingerichtet.

Für Manufakturen, die ihr Handwerk korrekt machten, sei das aktuelle Marktumfeld aber auch eine Chance, sagte Eric Bertrant, Präsident des Aussteller­komitees. Diese Konsolidierung werde der ganzen Branche nützen, sobald sich die Konjunktur wieder erhole. (sda)