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Bankkunden suchen nach wie vor Sicherheit

Die St. Galler Kantonalbank hat ihr Geschäft in Deutschland schon früh klar geregelt – womit sie nun punkten kann. Ein Augenschein in München.
Sitz der SGKB-Tochter in München. (Bild: T.F.)

Sitz der SGKB-Tochter in München. (Bild: T.F.)

Münchens Maximilianstrasse kennt man vor allem als mondäne Einkaufsmeile – an der Prachtstrasse findet sich Läden für Luxusmarken, Kunstgalerien oder einzelne Privatbanken. Seit 2009 ist hier auch der Sitz der St. Galler Kantonalbank Deutschland AG beheimatet. Sie ist eine eigenständige Private-Banking-Tochter der St. Galler Kantonalbank (SGKB).

Der Sitz ist in einem historischen Gebäude angesiedelt, das gegen Ende des 19. Jahrhunderts erbaut wurde. Mächtige Bäume im Hof spenden Schatten, und es gibt – für Kunden besonders bedeutsam in einer Grossstadt – auch ein paar Parkplätze im Hof. Das Ambiente allein erklärt aber nicht den wachsenden Erfolg der Kantonalbank-Tochter. Denn die meisten Finanzinstitute, die in diesem Segment der Vermögensverwaltung tätig sind, präsentieren sich in einem ähnlichen Umfeld. Vielmehr scheint sich auszuzahlen, dass die SGKB den Expansionsschritt nach Deutschland bereits vor einigen Jahren akribisch geplant und umgesetzt hat.

Rechtlich geregelte Abläufe

Seit 2009 besitzt die Tochter die Lizenz als Vollbank. 2010 bewilligte die deutsche Finanzaufsicht BaFin ausserdem der Muttergesellschaft in St. Gallen, aktiv grenzüberschreitende Bank- und Finanzdienstleistungsgeschäfte zu tätigen. Rechtlich geregelte Abläufe, die gerade in den Wogen des Steuerstreits beruhigend auf Kunden in Deutschland wirken können.

«Wir verzeichnen ein ungebrochen hohes Interesse an unseren Dienstleistungen», sagen die beiden Vorstände Kurt Soentgerath und Christoph Lieber von der St. Galler Kantonalbank Deutschland AG. Wie sie in einem Mediengespräch vor Ort erklären, habe das Interesse deutscher Kunden an einer Bank mit Schweizer Wurzeln während des Steuerstreits nicht nachgelassen – im Gegenteil. Schweizer Werte wie Sicherheit und Beständigkeit kämen nach wie vor gut an. Die vor dreieinhalb Jahren gestartete Bank habe einen unbelasteten Ruf, gleichzeitig profitiere sie von der 140jährigen Erfahrung der SGKB.

«Doppelte Staatsbürgerschaft»

Konkret wirbt die Kantonalbank-Tochter mit der «doppelten Staatsbürgerschaft für Vermögen». Kunden können ihr Geld entweder vor Ort in Deutschland verbuchen lassen. Weil die dortigen Behörden direkt auf Finanzdaten der Bürger zugreifen können, sind die Anleger entsprechend gläsern. Oder Kunden verbuchen das Geld in St. Gallen respektive der Schweiz. So bleibt ihre finanzielle Privatsphäre gewahrt. Konkrete Zahlen zum Geschäftsgang gibt die Bank indessen nicht bekannt. Den Angaben zufolge lässt aber ein Drittel der Kunden die Gelder in der Schweiz verbuchen, der grössere Teil bleibt in Deutschland.

Verkraftbar wachsen

Die Mitarbeiterzahl ist seit dem Start von 14 auf 40 gestiegen. Heute gibt es auch eine Zweigstelle in Frankfurt. Probleme, Personal zu finden, bestehen laut den Verantwortlichen nicht: Nicht nur Kunden, auch Berater schätzten, dass es keinen starren Vertrieb eigener Produkte an Kunden gebe, sondern Portfolios individuell zusammengestellt würden. Damit sei man auch als Arbeitgeber interessant.

Hält der Erfolg an, ist mittelfristig auch eine nördliche Niederlassung in Hamburg denkbar. Primär habe man aber nicht Marktanteile im Auge: «Wir wollen rentabel und in verkraftbaren Schritten wachsen.»

Thorsten Fischer, München

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