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BANKEN: UBS stösst an Grenzen

Der Finanzkonzern UBS muss noch mehr sparen, um den Erwartungen der Anleger zu genügen. Der Aktienkurs der Grossbank fällt – trotz höherer Dividende.
Daniel Zulauf
UBS-Chef Sergio Ermotti gestern in Zürich. (Bild: Ennio Leanza/Keystone)

UBS-Chef Sergio Ermotti gestern in Zürich. (Bild: Ennio Leanza/Keystone)

Daniel Zulauf

Die UBS-Aktionäre sind nicht zufrieden, obschon sich das Management sehr um ihre Gunst zu bemühen scheint. Der Konzerngewinn ist im letzten Jahr von 3,2 Milliarden auf 1,17 Milliarden Franken gesunken. Dennoch winkt den Eigentümern eine Erhöhung der Dividende um 8 Prozent auf 0.65 Franken pro Aktie. Die Bank ist sogar bereit, für die Ausschüttung von 2,5 Milliarden Franken einen Teil ihrer bisherigen Gewinnreserven herzugeben.

Von diesen musste die UBS im Schlussquartal 2,9 Milliarden Franken auflösen, um der Entwertung latenter Steuerguthaben in Amerika Rechnung zu tragen. Die gigantischen Verlustvorträge der Bank, die noch von den schlimmen Zeiten der Finanz­krise herrühren und steuerlich abzugsfähig sind, haben nach Donald Trumps Senkung der Unternehmenssteuersätze einen deutlich geringeren buchhalterischen Wert als vorher. Zwar werden solche Steuerguthaben im Unterschied zu früheren Jahren nicht mehr zum Eigenkapital gezählt, weshalb man sie auch nicht mehr als Reserven im engeren Sinn be-zeichnen kann. Ohne Bedeutung sind sie trotzdem nicht, zumal sie in den vergangenen Jahren immer wieder nützlich waren, die von Restrukturierungskosten und Altlasten gedrückten Ergebnisse wenigstens optisch in einem helleren Licht erscheinen zu lassen.

Vermögensverwaltung wird gebündelt

Im Zuge des im Dezember erreichten Abschlusses des grossen Basler Schachers um die Kalibrierung des neuen internationalen Kapitalstandards für systemrelevante Grossbanken (Basel III) sieht sich die UBS nun über die Dividende hinaus in der Lage, ihren Aktionären im Lauf der nächsten drei Jahre insgesamt 2 Milliarden Franken Eigenkapital zurückzugeben beziehungsweise eine Anzahl von Aktien in diesem Betrag zurückzukaufen, um sie hernach zu vernichten.

Zum aktuellen Börsenkurs gerechnet handelt es sich um rund 105 Millionen Titel oder etwa 3 Prozent des Totals. Für viele Aktionäre ist das offensichtlich zu wenig, und es ist tatsächlich auch nur ein Pappenstiel gemessen an den 50 Milliarden Franken, welche die Bank seit 2012 an frischem Kapital aufnehmen musste. Deshalb quittierte die Börse das von UBS-Chef Sergio Ermotti als «hervorragend» gepriesene Jahresergebnis mit einer deutlichen Kurs­korrektur. Doch die Anleger scheinen auch zu erkennen, dass die Bank sechs Jahre nach dem grossen strategischen Kurswechsel weg vom risikoreichen Handelsgeschäft in Richtung Vermögensverwaltung zunehmend an ihre Grenzen stösst.

Das zeigen auch die neuen Leistungsziele, die durchwegs etwas bescheidener sind als die alten. Künftig soll der Vorsteuergewinn nicht mehr «mindestens» 15 Prozent des Eigenkapitals erreichen, sondern nur noch gerade so viel. Das Ziel wurde 2017 wie im Jahr davor verfehlt. Neu wird auch ein Kosten-Ertrags-Verhältnis von nur mehr 75 Prozent angestrebt, nachdem das Ziel bisher rund 65 Prozent betragen hatte. Die Kapitalbeschaffung sei teurer geworden, und die aufsichtsrechtlichen Auflagen, die man 2012 noch für temporär gehalten hatte, seien zu einem permanenten Aufwand geworden. Auch für die Neugeldakquise in der Vermögensverwaltung gibt sich die Bank mit 2 Prozent bis 4 Prozent im Jahr eine niedrigere Vorgabe. Viel von dem Geschäft, das man in der Finanzkrise verloren hatte, habe man inzwischen zurückgewonnen, und in den USA sei man inzwischen mehr darauf aus, die Kunden zu halten, als neue, teure Berater einzustellen. Um weiter sparen zu können, wird die UBS die beiden bisher als getrennte Divisionen geführten Vermögensverwaltungseinheiten in den USA und im Rest der Welt zusammenlegen.

Ermotti schweigt zu HNA

Die Grossbank gehört zu den grössten Gläubigerbanken des chinesischen Firmenkonglomerates HNA. Bei dem hochverschuldeten Unternehmen könnte es in den nächsten Tagen zu einem Paukenschlag kommen. Dies melden derzeit Nachrichtenagenturen unter Verweis auf den Umstand, dass die Aktien mehrerer HNA-Tochterfirmen vom Handel ausgesetzt wurden.

HNA habe den Antrag um Handelsaussetzung bei der Börse Shenzhen selber mit einer bevorstehenden «grossen Ankündigung» begründet, schreibt Bloomberg. UBS-Chef Sergio Ermotti wollte sich zu den Engagements mit HNA nicht äussern, sagte aber, man fühle sich allgemein sicher mit den eingegangenen Risiken.

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