Banken sehen sich genügend kapitalisiert

ST. GALLEN. Der vom Bundesrat diese Woche aktivierte antizyklische Kapitalpuffer bringt die Banken nicht aus der Ruhe. In Frage gestellt wird auch seine Wirkung. So teilt die St.

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ST. GALLEN. Der vom Bundesrat diese Woche aktivierte antizyklische Kapitalpuffer bringt die Banken nicht aus der Ruhe. In Frage gestellt wird auch seine Wirkung. So teilt die St. Galler Kantonalbank (SGKB) mit, sie sei bereits heute so kapitalisiert, dass sie auch einen antizyklischen Puffer zum maximal vorgesehenen Prozentsatz von 2,5% absorbieren könnte. Beschlossen wurde nun ein Puffer von 1% ab 30. September 2013 (vgl. Ausgabe von gestern). Auch die Thurgauer Kantonalbank hat laut Sprecherin Anita Schweizer eine komfortable Eigenmittelquote und kann die neuen Vorschriften erfüllen. Und auch die im Hypothekarmarkt besonders stark engagierte Raiffeisen-Gruppe hält fest, dass sie die neuen Anforderungen erfüllen werde. Die Institute aus der Ostschweiz betonen, in ihren Stammgebieten sei keine Überhitzung des Immobilienmarktes festzustellen. Raiffeisen-Sprecher Franz Würth sagt, dass die Bank in den Hotspots «bescheiden» engagiert sei.

Neues Instrumentarium

Umstritten und noch ungewiss ist die Wirkung des Puffers. Vergleiche fehlen, da es ein neues Instrumentarium ist. Die SGKB meldet Zweifel an, ob der Puffer ein taugliches Mittel ist. «Erstens glauben wir nicht, dass dieser die richtige Wirkung erzielt. Zweitens sind die meisten Banken so gut kapitalisiert, dass der Einfluss vernachlässigbar sein dürfte.»

Wohneigentum bleibt attraktiv

Auch die Credit Suisse kommt in einer gestern veröffentlichten Publikation zum Schluss, dass die Wirkung auf den Markt «sehr moderat» ausfallen dürfte. Die Massnahme verteuere zwar Neuhypotheken. Das Ausmass der Verteuerung dürfte aber zu gering ausfallen, um Verhaltensänderungen auf Seiten der Nachfrager herbeizuführen. Wohneigentum bleibe attraktiv, weil das Zinsniveau nach wie vor auf Rekordtief sei. (du)