Bank Linth expandiert in den Thurgau

Im Kanton Thurgau gibt es bis jetzt keine einzige Regionalbank. Doch bald eröffnet die in Uznach ansässige Bank Linth in Frauenfeld einen Standort.

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Im Thurgau ist die Kantonalbank der Platzhirsch. Stark präsent ist auch Raiffeisen, deren Bewegung im Jahr 1900 im Thurgau ihren Anfang nahm. Und dann sind da noch die Grossbanken, Migros Bank oder Bank Cler. Regionalbanken sucht man im Thurgau bisher vergebens. Anders als im Kanton St. Gallen, wo sich regionale Institute tummeln wie Acrevis, Alpha Rheintal Bank, Clientis – oder die Bank Linth.

Und eben diese grösste Ostschweizer Regionalbank wagt nun den Sprung in den Thurgau. Im ersten Quartal 2018 will sie sich in Frauenfeld ansiedeln. Banksprecherin Marlène Frey sagt, man habe «einen idealen Standort» in der Frauenfelder Innenstadt gefunden. Die Adresse mache man nach der Unterzeichnung des Mietvertrages publik. Beschäftigt werden sollen zwei oder drei Mitarbeitende.

Die Bank Linth spricht bewusst von einem Standort und nicht von einer Geschäftsstelle. Denn in Frauenfeld soll es keine Schalter geben. Im Zentrum stehen persönliche Beratungen und Dienstleistungen für Privatkunden (Stichwort Hypotheken), für Firmenkunden und im Private Banking (Anlageberatung und Vermögensverwaltung). Jedoch werde es auch am Standort Frauenfeld möglich sein, vor Ort ein Konto zu eröffnen. Ein Bancomat sei dagegen nicht geplant.

Die Bank Linth hat rund 200 Mitarbeitende und eine Bilanzsumme von gut 6,6 Milliarden Franken. Sie ist mit 19 Filialen präsent, in den fünf Regionen Linthgebiet, Zürichsee, Sarganserland, Ausserschwyz und Winterthur. Die Expansion in den Thurgau sei mit eine Folge des Erfolgs der Geschäftsstelle in Winterthur, die 2012 eröffnet wurde und mit deren Entwicklung man «sehr zufrieden» sei, wie Frey sagt. Weitere neue Standorte seien derzeit nicht geplant. Aber: «Sind die Nachfrage, die Marktlage und entsprechende Mietobjekte vorhanden, können wir uns eine weitere Expansion in Richtung Nordostschweiz durchaus vorstellen.» Bankchef David Sarasin jedenfalls sieht in unserer Region ein «erhebliches Wachstumspotenzial».

Am Glarner Standort Niederurnen schliesst die Bank Linth ihr Schaltergeschäft Ende Januar. Ein Bancomat bleibt, die Kunden werden von Uznach aus betreut.

Thomas Griesser Kym