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Die drei Kleinsten sperren zu: UBS schliesst Filialen in der Ostschweiz

Die UBS-Geschäftsstellen in Amriswil, Sargans und Wattwil werden aufgehoben. Als kleinste Ostschweizer Standorte litten sie am meisten unter den rückläufigen Kundenfrequenzen. Die betroffenen Mitarbeitenden werden weiterbeschäftigt und ihre Kunden weiterhin betreuen, allerdings ab anderen Standorten.

Thomas Griesser Kym
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Die UBS will 44 ihrer landesweit 240 Filialen zusperren.

Die UBS will 44 ihrer landesweit 240 Filialen zusperren.

Bild: Melanie Duchene/Keystone

Von den 44 Geschäftsstellen, welche die UBS im ersten Quartal 2021 schliessen will, liegen drei in der Ostschweiz: Amriswil, Sargans und Wattwil. «Es sind die drei kleinsten unserer Ostschweizer Filialen», sagt Hanspeter Thür, UBS-Regionaldirektor Ostschweiz. Ergo spürten sie auch den Rückgang der Kundenfrequenzen am Schalter am stärksten. Das Schaltergeschäft ist in den vergangenen Jahren drastisch zurückgegangen.

Ob an den drei Standorten Bancomaten bleiben wie etwa in Flawil oder St.Margrethen, wo die UBS auch keine Filiale mehr hat, wird laut Thür abgeklärt. Betroffen von den Schliessungen sind in Vollzeit gerechnet knapp zehn Stellen, die Mitarbeitenden werden an anderen Standorten weiterbeschäftigt. Jene mit Kundenberatung wechseln in die Filialen Arbon, Bad Ragaz und Wil. Thür sagt:

«Es wird keine Entlassungen geben.»

Und: «Gerade in der Coronazeit, in der die Fluktuation ohnehin tief ist, wollten wie unseren Mitarbeitenden Sicherheit geben.» Er gehe davon aus, dass alle Mitarbeitenden bei der UBS bleiben, sagt Thür.

Hanspeter Thür, Regionaldirektor Ostschweiz der UBS.

Hanspeter Thür, Regionaldirektor Ostschweiz der UBS.

Bild: Ralph Ribi

Kritische Grösse und Nachfrage sind entscheidend

In der Ostschweiz bleiben 17 UBS-Filialen. Neun davon liegen im Kanton St.Gallen: Altstätten, Bad Ragaz, Buchs, Gossau, Heerbrugg, Rapperswil, Rorschach, St.Gallen und Wil. Vier sind im Thurgau zu finden: Arbon, Frauenfeld, Kreuzlingen und Weinfelden. Und ebenfalls vier im Appenzellerland: Appenzell, Heiden, Herisau und Teufen.

Mit Blick in die Zukunft sagt Thür, zentral sei, dass die einzelnen Filialen eine kritische Grösse hätten und genügend Nachfrage vorhanden sei:

«Mittelfristig planen wir mit den verbleibenden 17 Standorten, und wir hoffen, dass wir sie erhalten können.»

Wattwiler Kunden werden ab Wil betreut, Amriswiler ab Arbon

Eine ziemliche Lücke klafft nach der Aufgabe des Standorts Wattwil künftig zwischen Wil und Rapperswil. «Auch in Wattwil sind die Frequenzen zu tief», sagt Thür. Die relative Stärke der UBS in Ausserrhoden mit drei Standorten erklärt er wiederum damit, dass die Schweizerische Bankgesellschaft als UBS-Vorgängerin 1996 die Ausserrhoder Kantonalbank übernommen hat.

Und: «Auch die Filialen Heiden und Teufen sind grösser als jene in Amriswil, Sargans und Wattwil.» Die kleineren Geschäftsstellen in Gais und Speicher dagegen hat die UBS bereits dicht gemacht.

Videoberatung wird weiter ausgebaut

Im September 2019 hat die UBS in Altstätten ihrer umgebaute Geschäftsstelle mit einem neuen Format eröffnet. Ein Kernelement ist die Videoberatung, wobei der Berater aus der Geschäftsstelle Heerbrugg zugeschaltet wird. Ob die UBS sämtliche Filialen nach und nach nach diesem Format erneuern will, ist noch ungewiss. Hanspeter Thür sagt aber:

«Wir werden weiter in die Videoberatung investieren. »