BANK COOP: Coop steigt aus dem Bankgeschäft ganz aus

Der Grossverteiler verkauft seinen Anteil am Finanzinstitut an die Basler Kantonalbank.

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Vor der Übernahme des 10,4%- Aktienpakets von Coop hatte die Basler Kantonalbank (BKB) bereits im Dezember die meisten Anteile der Gewerkschaften an der Bank Coop gekauft. So baut die BKB ihre Beteiligung an ihrer Tochter, die landesweit 32 Filialen hat, jetzt auf 75,8% aus. Der Rest ist im Streubesitz, die Aktie bleibt kotiert.

Die BKB benennt die Bank Coop um in Bank Cler und will diese fit machen für die Zukunft. Das sei viel einfacher als mit einem starken Partner aus einer ganz anderen Branche, sagte BKB-Bankratspräsident Andreas Sturm vor den Medien. Zudem investiere Cler nur noch in den eigenen Namen. Dass überdies der alte Name Bank Coop nach Skandalen belastet war, war gestern kein Thema: 2014 hatten Zigtausende falsch adressiert verschickte Kontoauszüge Negativschlagzeilen gemacht, und wegen kursstützenden Eigenhandels hatte die Finanzmarktaufsicht (Finma) dem ehemaligen Bankchef Andreas Waespi ein Berufsverbot auferlegt.

Sturm stellte lieber optimistische Perspektiven mit der neuen eigenen Bankmarke Cler in den Vordergrund: Als BKB sei man zum Beispiel in Chur oder im Tessin schlicht nicht interessant für potenzielle Kunden. Cler als städtische neue Marke habe hingegen gute Chancen mit einer klaren Positionierung. Cler steht im Rätoromanischen für klar, einfach, deutlich; die Bank wolle es ihren Kunden so einfach wie möglich machen.

Laut einem Coop-Sprecher ist aus Sicht des Grossverteilers wichtig, dass die langjährige ­Zusammenarbeit weitergeführt werde. So profitierten Cler-Kunden weiter vom Supercard-Programm von Coop, und in den Coop-Läden bleiben Cler-Bancomaten stehen. Der Fokus von Cler liegt laut Sturm auf Privatkunden, kleineren Firmen und Wohnbaugenossenschaften. Die Bank will besonders in digitale Angebote investieren. Die Nummer sechs der Schweizer Retailbanken wechselt ihren Namen flächendeckend auf den 20. Mai, gleichzeitig mit der Einweihung der ersten eigens umgebauten Cler-Filiale in Zürich.

Laut Sturm hat die BKB das 10,4%-Paket von Coop für 44.52 Fr. je Aktie oder total 78,1 Mio. Fr. gekauft. Den Cler-Verwaltungsrat präsidiert künftig Sturm. Er folgt auf Ex-Regierungsrat Ralph Lewin. Das BKB-Bankratspräsidium gibt Sturm ab. (sda)