Ostschweizer Bank Acrevis vergab 458 Corona-Kredite

Trotz der Pandemie konnte die Ostschweizer Regionalbank ihren Gewinn im ersten Halbjahr leicht steigern.

Kaspar Enz
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Die Acrevis mit Hauptsitz am St.Galler Marktplatz hat Niederlassungen vom Boden- bis zum Zürichsee.

Die Acrevis mit Hauptsitz am St.Galler Marktplatz hat Niederlassungen vom Boden- bis zum Zürichsee.

Bild: Urs Bucher

Die Acrevis Bank konnte im ersten Halbjahr 2020 ihr Ergebnis verbessern. Mit 10,1 Millionen Franken lag der Halbjahresgewinn leicht über dem Ergebnis der Vorjahresperiode.

Die Coronapandemie prägte aber auch die Geschäfte der Ostschweizer Bank. So bewilligte sie 458 Corona-Kreditlimiten mit einem Volumen von über 60 Millionen Franken. Über 90 Prozent dieses Geldes wurde genutzt, sagt Michael Steiner, Vorsitzender der Geschäftsleitung bei Acrevis. «Erste Kredite werden schon zurückbezahlt.» Neben den Notkrediten wuchs das Volumen der Hypotheken um 67,7 Millionen. Dass die Bank im Zinsgeschäft aber eine Million mehr verdiente als 2019 ist auf den tieferen Zinsaufwand zurückzuführen. Hier wurden ältere Kassen-Obligationen und Pfandbriefe durch neue mit tieferen Zinsen abgelöst.

Michael Steiner, CEO der Bank Acrevis

Michael Steiner, CEO der Bank Acrevis

Bild: Benjamin Manser

Turbulente Märkte

Einen Einfluss auf das Ergebnis hatten auch die Turbulenzen, die Corona zu Beginn an der Börse ausgelöst hatte. So sank der Wert der verwalteten Vermögen um 264,4 Millionen auf 4,63 Milliarden Franken. Die selbe Entwicklung führte aber zu höheren Erträgen im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft. «Wegen dieser Turbulenzen haben viele Kunden mehr gehandelt», sagt Steiner.

Risiken geprüft

Um die Risiken der Krise abzuschätzen, hat die Bank vorsorglich ihr Kreditportfolio analysiert und Wertberichtigungen in Höhe von rund einer Million Franken vorgenommen. Es gehe dabei um Kredite von Firmenkunden, bei denen sich die Risiken aufgrund der Corona-Krise erhöhen könnten.

Auch die Arbeit bei der Bank hat sich durch die Pandemie verändert. Zu Beginn der Krise habe man schnell auf Home Office umgestellt. Auch jetzt noch würden jeweils rund 40 Prozent der Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten, sagt Steiner. Auch nach Corona soll diese Möglichkeit bestehen bleiben. Diese Zeit sei aber noch gar nicht angebrochen, sagt Steiner. «Angesichts der Fallzahlen ist die Pandemie noch nicht zu Ende.»

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