Bahnbau
Stadler muss in Schweden zurück auf Feld eins – Gericht kassiert Grossauftrag

Der Ostschweizer Schienenfahrzeughersteller Stadler muss bei einem auf sicher geglaubten Grossauftrag aus Schweden zurück an den Start: Ein Gericht hat einer Beschwerde des unterlegenen Konkurrenten Bombardier stattgegeben.

Thomas Griesser Kym
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Ist vom Verwaltungsgericht Malmö gebremst worden: Stadler-Chef Peter Spuhler.

Ist vom Verwaltungsgericht Malmö gebremst worden: Stadler-Chef Peter Spuhler.

Bild: Urs Bucher (Bussnang, 5. März 2020)

Sechs Grossraumzüge mit je drei Wagen für die Strecke Helsingborg–Malmö–Kopenhagen im Wert von 2,2 Milliarden schwedischen Kronen (236 Millionen Franken) – den Zuschlag für diesen Auftrag der schwedischen Bahngesellschaft Skånetrafiken erhielt Stadler Mitte Februar 2020. Doch der unterlegene Konkurrent Bombardier legte innerhalb der zehntägigen Frist Beschwerde gegen die Auftragsvergabe ein.

Nun hat das Verwaltungsgericht Malmö entschieden: Das Vergabeverfahren muss neu aufgerollt werden. Dies wegen wettbewerbsrechtlicher Bedenken aufgrund der Nutzung einer bestehenden, damals sechs Jahre alten Rahmenvereinbarung für die Auftragsvergabe.

Die neuen Züge dürften mit Verspätung aufs Gleis kommen

Diese Rahmenvereinbarung war im Jahr 2014 zwischen der schwedischen Leasinggesellschaft Transitio und den drei vorqualifizierten Bahnbauern Stadler, Bombardier sowie CAF aus Spanien abgeschlossen worden. Nach der Unterzeichnung der Rahmenvereinbarung war diese mit einer Option auf zusätzliche Züge mit bis zu 60 Wagen ergänzt worden. Diese Option hat einen Wert von 7 Milliarden Kronen (750 Millionen Franken).

Ursprünglich hatte Skånetrafiken geplant, die neuen Doppelstockzüge ab Ende 2022 in Betrieb zu nehmen. Dieser Zeitplan dürfte wegen der juristischen Auseinandersetzung kaum mehr zu halten sein. Dabei hatte sich im März 2020 Maria Nyman vom Skånetrafiken-Management bezüglich der Auftragsvergabe an Stadler noch zuversichtlich gezeigt: «Wir fühlen uns mit der Beschaffung auf der sicheren Seite.»