Bahn quer durch Südamerika interessiert Stadler

Drucken
Teilen

Grossprojekt Eine Allianz aus Schweizer und deutschen Firmen bringt sich für das Jahrhundertprojekt «Bioceanico» in Position. Was der Panamakanal zu Wasser, soll in naher Zukunft zu Lande eine Eisenbahntrasse quer durch Südamerika sein – eine transkontinentale Verbindung zwischen Atlantik und Pazifik, wie der Industrieverband Swissrail zu der Idee aus Südamerika mitteilt. Die 5000 km lange Schienenmagistrale solle dereinst vom brasilianischen Santos durch Bolivien bis zum peruanischen Hafen Ilo führen. Interesse an einer Anbindung haben den Angaben zufolge ausserdem Argentinien, Uruguay und Paraguay angemeldet. Das Projekt mit einem geschätzten Volumen von 8 bis 10 Mrd. $ reicht von der Planung und dem Bau der Infrastruktur bis zur Beschaffung von Lokomotiven und Waggons für den Personen- und Güterverkehr sowie Wartung und Service.

Mit Blick auf mögliche Aufträge haben Swissrail und der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) eine Arbeitsgemeinschaft gegründet. Schirmherr ist unter anderem das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco). Dieser Tage reist laut dem Branchenverband eine hochrangige Delegation des deutschen Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur nach Argentinien, Uruguay, Bolivien und Peru, «um die Expertise deutscher und Schweizer Bahnindustrieunternehmen einzubringen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln».

Bereits 23 Unternehmen seien Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Bioceanico, wie es weiter heisst. Zu den teilnehmenden Unternehmen aus der Region zählen Stadler Rail Management (Bussnang), Leica Geo­systems (Heerbrugg) sowie Molinari Rail und Prose (beide Winterthur). In der Arbeitsgemeinschaft figurieren des weiteren Konzerne wie Siemens, Thales und Bombardier. (T. F.)