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BACKWAREN: «Ich dachte, das kann ich auch»

Miriam Baumann hat eine unternehmerische Herausforderung gesucht und 2007 die Bäckerei Läckerli Huus nahe Basel übernommen. Die Unternehmerin managt die Doppelbelastung mit Bravour.
Patrick Stahl
Miriam Baumann inmitten der Welt des Unternehmens Läckerli Huus, dessen Entwicklung sie massgeblich prägt. (Bild: Christian Beutler/KEY)

Miriam Baumann inmitten der Welt des Unternehmens Läckerli Huus, dessen Entwicklung sie massgeblich prägt. (Bild: Christian Beutler/KEY)

Patrick Stahl

Miriam Baumann, Sie haben 2007 das traditionsreiche Läckerli Huus übernommen. Was reizte Sie daran?

Das Läckerli Huus ist klein, aber fein. Das Unternehmen stellt grossartige Produkte her, ist gut aufgestellt und hat eine gute Grösse – mit Potenzial nach oben. Als ich damals auf der Suche nach einer unternehmerischen Herausforderung war, fiel mir der Entscheid für das Läckerli Huus relativ leicht. Es musste ein Unternehmen sein, dessen Geschäftsführung ich mir zutraute, bei dem ich etwas bewirken konnte und natürlich auch von dessen Produkten ich Fan war.

Sie sind studierte Lebensmittelingenieurin und wurden später Produktionschefin beim Getränkehersteller Thurella. Was bewog Sie dazu, selbst unternehmerisch tätig zu werden?

In den verschiedenen Führungspositionen, in denen ich tätig war, habe ich viel gelernt, aber auch vieles gesehen, dass ich anders gemacht hätte. Irgendwann sagte ich mir: «Das kann ich auch.» Und dann ergab sich diese einmalige Gelegenheit beim Läckerli Huus.

Als Sie das Unternehmen übernahmen, war das Erstaunen gross. Wie haben Sie die Gemüter beruhigen können?

Das Erstaunen war vor allem in der Presse gross. Seit mittlerweile zehn Jahren führe ich nun das Läckerli Huus – meine Aufgabe war es stets, für die Zufriedenheit unserer Kunden zu sorgen und nicht die Medien zu beruhigen – aber das eine ergab dann wohl das andere.

Sie übernahmen das Unternehmen mit damals zwei Produktionsorten und haben diese an einem neuen Standort zusammengeführt. Was gab den Ausschlag für diesen Entscheid?

Unser Hauptsitz in Münchenstein war sehr alt, und in den folgenden fünf bis zehn Jahren hätte sich sowieso eine Sanierung aufgedrängt – die Bodenlast war ungenügend. Zudem entsprach das Gebäude natürlich nicht mehr den modernsten Anforderungen an eine Lebensmittelproduktion aufgrund zu langer Wege und Aufteilung auf mehrere Gebäude. Wir haben uns dann für einen Neubau entschieden und dabei auch unsere kleine Caramelproduktion integriert.

Wie läuft es im Geschäft mit dem Ausland?

Aktuell generieren wir rund zehn Prozent unseres Umsatzes im Ausland – wir stecken punkto Export also noch in den Kinderschuhen. Unsere beiden Hauptexportmärkte Japan und Deutschland pflegen wir weiter, bleiben natürlich auch da in der Nische. Für die nächsten Jahre setzen wir unseren Fokus aber auf den Heimmarkt Schweiz.

Was raten Sie anderen Frauen – beispielsweise jenen, die sich schwertun, trotz einer guten Qualifikation Karriere zu machen?

Nichts, das muss wohl jede für sich selber entscheiden. Entscheidet sich eine Frau für die Karriere, dann soll sie ihren Weg unbeirrt gehen, durch Leistung auffallen und sich nicht unter Wert verkaufen.

Sie werden demnächst zum zweiten Mal Mutter. Wie managen Sie die Doppel­belastung als erfolgreiche Geschäftsfrau und Mutter?

Mal besser, mal weniger gut. Mein Mann und ich haben uns gut organisiert und glücklicherweise ein gesundes und unkompliziertes Kind – das erleichtert einiges.

Nicht jede Frau ist ihr eigener Chef und hat dieselben Möglichkeiten wie Sie. Glauben Sie, dass Politik und Wirtschaft sich stärker für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf einsetzen sollten?

Ich erlebe, gerade auch bei uns im Läckerli Huus mit einem Frauenanteil von 70 Prozent, dass bei Frauen oft das Karrieredenken in den Hintergrund rückt, sobald einmal Kinder da sind. Die Prioritäten werden dann meistens anders gesetzt – dies gilt es zu respektieren.

Ihr Vater Christoph Blocher und ihre Schwester Magdalena Martullo-Blocher prägen die Schweizer Politik, während Sie in der Öffentlichkeit eher zurückhaltend auftreten. Reizt Sie die Politik?

Ich bin aktive Stimmbürgerin und setze mich via verschiedene Verbände für unsere Anliegen ein. Aber für Politik fehlt mir die Zeit – und ich bin dafür wohl auch zu egoistisch.

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