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BAAR/LONDON: Glencore erzielt Rekordgewinn

Der Rohstoffkonzern Glencore hat im vergangenen Jahr dank steigender Preise und dem Elektroauto-Boom so viel verdient wie noch nie. Nun wird die Dividende kräftig aufgestockt.
Livio Brandenberg
Kupfermine in der Demokratischen Republik Kongo: für Glencore Chance und Risiko zugleich. (Bild: Per-Anders Petersson/Getty (Kolzewi, 6. Juli 2016))

Kupfermine in der Demokratischen Republik Kongo: für Glencore Chance und Risiko zugleich. (Bild: Per-Anders Petersson/Getty (Kolzewi, 6. Juli 2016))

Livio Brandenberg

Ein gutes Jahr hatte sich bereits Mitte 2017 abgezeichnet. Gestern nun folgte die Bestätigung: Glencore erzielte im vergangenen Jahr ein überaus positives Ergebnis. Mehr noch: «Wir haben unser bisher stärkstes Ergebnis verbucht», resümierte Konzernchef Ivan Glasenberg. In Zahlen ausgedrückt heisst das: Der Rohstoffriese erwirtschaftete einen Reingewinn von 5,8 Milliarden US-Dollar. Unter dem Strich – also die Minderheitenanteile her­ausgerechnet – blieben 5,2 Milliarden. Dies entspricht fast dem Fünffachen des Vorjahresgewinns. Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebit) kletterte von knapp 4 auf 8,6 Milliarden Dollar (siehe Tabelle). Der Umsatz stieg im Berichtsjahr um 34 Prozent auf gut 205 Milliarden Dollar.

Für die positiven Zahlen bei den Minen und den Metallen verantwortlich ist laut Glencore die gute globale Konjunktur. Glen­core betreibt bekanntlich nicht nur Bergbau, sondern handelt auch mit Rohstoffen. Und in diesem Geschäftsfeld (Marketing) übertraf zum ersten Mal seit 2008 der bereinigte Betriebsgewinn auf Stufe Ebit die Marke von 3 Milliarden Dollar. Im Handel sorgten vor allem steigende Rohstoffpreise für Unterstützung. Der Umsatz im Marketing belief sich auf gut 51 Milliarden Dollar und stieg damit um 21 Prozent.

Probleme im Kongo wegen neuen Gesetzes

Als Folge dieses sehr guten Jahresresultats erhöht Glencore die Dividende gegenüber dem Vorjahr – um fast das Dreifache. Insgesamt sollen 2,9 Milliarden Dollar oder 20 Cent pro Titel an die Aktionäre zurückfliessen. Die aktuelle Dividendenpolitik des Rohstoffkonzerns sieht eine fixe Ausschüttung von mindestens 1 Milliarde pro Geschäftsjahr plus 25 Prozent des Cashflows aus dem Industriebereich vor. Die gestern angekündigte Dividende übersteigt dieses Minimalziel um 700 Millionen Dollar. Noch nach der Bekanntgabe der Halbjahreszahlen Mitte August 2017 hatte Glasenberg angekündigt, das Dividendentotal bei 1 Milliarde Dollar belassen zu wollen. Die nun höhere Ausschüttung überraschte auch die internationalen Analysten positiv, so etwa die Experten der britischen Grossbank Barclays. Glencore habe «starke Resultate» vorgelegt. Nicht so stark wie erwartet habe sich allerdings die Nettoverschuldung reduziert, die bei knapp 10,7 Milliarden Dollar liegt. Positiv werten die Analysten der Londoner Bernstein Research den Fokus Glencores auf den Elektroautomarkt. Der Konzern sei diesbezüglich «hervorragend positioniert». Glencore setzt global, mit China als Treiber, auf den Durchbruch von Elektroautos, wie CEO Glasenberg gestern in einer Telefonkonferenz erneut betonte. Deren Batterien enthalten etwa Kobalt; Glencore ist einer der grössten Hersteller des Metalls. Glasenberg erwartet für Kobalt, aber auch für Kupfer und Nickel – welche ebenfalls für die Herstellung von Autobatterien benötigt werden – eine stark steigende Nachfrage, wie er gestern sagte.

Die Förderung von Kupfer in Afrika dürfte dem Konzernchef momentan jedoch einige Sorgen bereiten. Am meisten Kupfer wird auf dem Kontinent in der Demokratischen Republik Kongo abgebaut, wie auch ein Nebenprodukt des Kupfer- und Nickelabbaus: Kobalt. Die Regierung Kongos ist der Meinung, das Land habe bisher nicht genügend von den eigenen Rohstoffvorkommen profitiert, und will diese auf lange Frist wieder verstaatlichen. In einem ersten Schritt sollen die Abgaben auf Kupfer, Kobalt oder Gold für ausländische Rohstofffirmen deutlich steigen. Glencore übernahm 2017 die Kupfer- und Kobalt-Mine Mutanda im Kongo als alleiniger Eigentümer und wehrt sich mit anderen Konzernen gegen das neue Gesetz. Glasenberg sagte dazu: «Ich hoffe, die Verantwortlichen im Kongo sind vernünftig. Das würde auch dem Land helfen.»

Keinen Abbruch taten diese Probleme der Freude der Aktionäre: Neben der Botschaft einer markant höheren Dividende stieg auch der Glencore-Aktienkurs an der Londoner Börse. Die Papiere schlossen bei 4,05 Pfund, 5,24 Prozent im Plus.

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