Autozulieferer Autoneum fährt die Produktion im Werk Sevelen wieder hoch

Der weitgehende temporäre Stillstand der globalen Autoindustrie hat auch bei Autoneum als Lieferant zu Einbrüchen geführt. Kurzarbeit und weniger Temporärkräfte sind die Folge, es wird ein Verlust in zweistelliger Millionenhöhe erwartet. Doch nun kommt die Produktion wieder in Gang.

Thomas Griesser Kym
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Autoneum stellt am Standort Sevelen Akustik- und Hitzeschutz für Autos her.

Autoneum stellt am Standort Sevelen Akustik- und Hitzeschutz für Autos her.

Bild: PD

In den Werken des Autozulieferers Autoneum wird die Produktion schrittweise wöchentlich wieder hochgefahren. Dies, nachdem die Autobauer und Autoneum-Kunden zunächst in China und seit Mitte Mai auch in Europa und Nordamerika ihre Fertigung wieder in Gang gesetzt haben.

Auch in Sevelen, im einzigen Schweizer Werk Autoneums, «wird wieder produziert, besonders für deutsche Kunden, wenn auch noch nicht unter Volllast», wie Firmensprecherin Anahid Rickmann sagt.

Es gilt weiterhin Kurzarbeit

Am Werdenberger Standort sind derzeit 220 Mitarbeitende inklusive Temporärkräfte beschäftigt. Die Zahl der Temporärkräfte wurde wegen des stark gesunkenen Produktionsvolumens und geringerer Lieferabrufe seitens der Kunden reduziert.

Im Werk Sevelen wurde am 23. März Kurzarbeit eingeführt. Deren Umfang betrug bis Ende Mai rund 60 Prozent. Ob sie verlängert wird, werde im Juli geprüft. Am Konzernhauptsitz in Winterthur mit rund 300 Angestellten gilt Kurzarbeit seit April bis vorerst Ende September.

Erneuter Verlust zeichnet sich ab

Wegen der Folgen der Coronapandemie rechnet Autoneum für das laufende erste Semester 2020 «mit einem Konzernverlust im höheren zweistelligen Millionenbereich». 2019 hatte Autoneum ebenfalls Verlust geschrieben, den ersten in der Konzerngeschichte. Auf einem Umsatz von 2,3 Milliarden Franken resultierte ein Minus von 77,7 Millionen Franken, vor allem wegen zweier defizitärer Werke in Nordamerika und hoher Wertberichtigungen auf Anlagen.

Das Werk Sevelen hingegen arbeitete profitabel. Ende 2019 betrug die Mitarbeiterzahl dort inklusive Temporärkräften 320. Das waren 20 weniger als vor Jahresfrist.

Darlehen von Peter Spuhler wird genutzt

Im Dezember hatten die beiden Grossaktionäre Michael Pieper und Peter Spuhler, der Patron des Schienenfahrzeugbauers Stadler, Autoneum Darlehen von je 20 Millionen Franken gewährt. Diese würden «vollumfänglich genutzt», sagt Rickmann, und «aus heutiger Sicht reichen die bestehenden Finanzierungen aus».

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