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AUTOS: Ganz Italien in Fahrt gebracht

Der Fiat 500 gilt in Italien als Kultauto und stand bei seinem Start vor 60 Jahren für preiswerte Massenmobilisierung. Der Kleinstwagen wurde 3,8 Millionen Mal gebaut.
Auf einer Baustelle in Neftenbach ist ein sogenannter Obendreherkran der Condecta im Einsatz. (Bild: PD)

Auf einer Baustelle in Neftenbach ist ein sogenannter Obendreherkran der Condecta im Einsatz. (Bild: PD)

Der Fiat 500 war für die Italiener so wichtig wie für die Deutschen der VW Käfer, die «Ente» für die Franzosen und der Mini für die Briten. Erst dieser Wagen machte die Italiener so richtig mobil Heute vor 60 Jahren, am 4. Juli 1957, wurde der Fiat «Cinquecento» erstmals vorgestellt.

Der Kleinwagen, der bis 1976 produziert wurde, rückte zum Symbol für das Wirtschaftswunder Italiens auf. Nach den Kriegsjahren war plötzlich auch für den «Normalitaliener» ein Wagen erschwinglich. «Ich wollte ein kleines Auto für eine grosse Anzahl von Menschen entwerfen», beschrieb der «Vater» des legendären Gefährts, Dante Giacosa, seine Pläne. Erklärtes Ziel des gebürtigen Römers war es, dass sich jeder Angestellte ein Auto leisten kann.

Der Fiat 500 – nicht einmal drei Meter lang, gerade mal 1,30 Meter breit – war vor allem anfangs spartanisch ausgestattet. Die Scheiben in den Türen konnten nicht heruntergekurbelt werden. Man musste zusammenrücken. «Viele Italiener haben im Fiat 500 zum ersten Mal ein Mädchen geküsst», sagte der ehemalige italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi einmal. Viele Frauen der Nachkriegsgeneration lernten am Steuer des wendigen Kleinwagens das Autofahren. Der Fiat 500 stand für die radikale Vereinfachung eines Fahrzeugkonzeptes. Mit einem Zweizylinder-Reihenmotor ausgestattet, erreichte der Kleinwagen eine Geschwindigkeit von maximal 85 Stundenkilometer. Charakteristisch war unter anderem das grosse Faltdach als Klimaanlage. Ein alter Fiat 500 verschmutzte indes die Luft so stark wie 300 moderne Kleinwagen zusammen. Um von Null auf 80 Kilometer pro Stunde zu kommen, brauchte man 25 Sekunden. 1976 wurde die Produktion eingestellt. Nachfolgemodell war der Fiat 126.

2007 brachte die Autogruppe Fiat den neuen 500 auf den Markt. Dieser ist zwar von seinem Vorgänger inspiriert, jedoch deutlich grösser als sein Vorbild. Ende 2013 entwarf Fiat die sportlich anmutende Version 500S. Trotz der neuen Varianten bleibt der alte Fiat 500 für viele Italiener ein Kultobjekt. 400000 Exemplare sind noch heute in Italien unterwegs. (sda)

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