Autoneum macht erstmals Verlust +++ Zulieferer hängen am Tropf der Autobauer

Autoneum steigert zwar den Umsatz, schreibt aber rote Zahlen.

Stefan Borkert
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Der Rückgang der Autoverkäufe macht Autoneum auch im Werk Sevelen zu schaffen.

Der Rückgang der Autoverkäufe macht Autoneum auch im Werk Sevelen zu schaffen.

Stefan Kubli

Die Automobilindustrie blickt auf ein schwieriges Jahr zurück. 2019 wurden 6 Prozent weniger Fahrzeuge produziert als 2018, als es bereits einen Rückgang gab. Das spürte auch die Winterthurer Autoneum. Der Konzern, dessen einziges Werk in der Schweiz in Sevelen liegt, beliefert vor allem die Automobilindustrie mit Komponenten zum Akustik- und Hitzeschutz. Da Autoneum an zahlreichen Neuanläufen beteiligt war, wuchs der Umsatz 2019 trotz der globalen Abkühlung und dem stärkeren Franken um 0,7 Prozent auf 2,3 Milliarden Franken.

Trotzdem resultierte ein Konzernverlust von 77,7 Millionen Franken, wie es an der Bilanzmedienkonferenz hiess. Die Gründe für den Verlust liegen in erster Linie in Nordamerika. Vor allem wegen zweier defizitärer Werke in der Region kam es dort zu operativen Verlusten. Hinzu kamen einmalige Wertberichtigungen auf Anlagen in Höhe von 62 Millionen Franken. Angesichts dieser Verluste beantragt der Verwaltungsrat der Generalversammlung, auf eine Dividendenausschüttung zu verzichten. In Nordamerika wurde ein umfassendes Turnaroundprogramm implementiert.

Ein «Jahr des Übergangs»

Damit strebt Autoneum für das laufende Jahr ein positives Ergebnis für die Nordamerika-Einheiten an. Für den Gesamtkonzern erwartet Autoneum eine Umsatzentwicklung auf Marktniveau. Das Jahr 2021 soll dann zum «Jahr des Übergangs werden», bevor der Konzern 2022 ein gesundes Profitabilitätsniveau erreichen will.

Autoneum hat 2019 zudem verschiedene Komponenten lanciert, die die Produktion leichter und umweltfreundlicher Fahrzeuge unterstützen sollen. Insbesondere hat Autoneum textile Batterieunterschilder für den Einsatz in Elektromobilen adaptiert.