Automobilzulieferer
ZF Friedrichshafen fährt dickes Minus ein – Umsatz bricht um elf Prozent ein

Gerissene Lieferketten während der Pandemie machen der Automobilbranche schwer zu schaffen. Das gilt auch für die ZF Group.

Stefan Borkert
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Die Produktion beim Technologiekonzern ZF Friedrichshafen leidet unter der Pandemie.

Die Produktion beim Technologiekonzern ZF Friedrichshafen leidet unter der Pandemie.

PD

Das erste Halbjahr mit einem Verlust von 27 Prozent des Umsatzes hat dem Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen Körner gekostet. Das Resultat, gemäss den vorläufigen Geschäftszahlen ist, dass der Technologiekonzern vom Bodensee für das Geschäftsjahr 2020 einen Konzernumsatz von 32,6 Milliarden Euro vermeldet. Dies entspricht einem Umsatzrückgang von rund elf Prozent gegenüber dem Vorjahr, heisst es in einem Communiqué weiter. Zum Konzerngewinn, der 2019 noch 350 Millionen Euro betragen hatte, machte der Konzern keine Angaben. Nur soviel, dass dieser deutlich negativ ausfallen werde. Die Bilanz wird Mitte März vorgestellt.

ZF ist wieder auf Erholungskurs.

ZF ist wieder auf Erholungskurs.

PD

Produktion zeitweise lahm gelegt

Der ZF-Konzern hatte zu Beginn der Pandemie schwere Rückschläge einstecken müssen, da gerade in der Autoindustrie die Lieferketten immer wieder rissen, sodass auch die Produktion lahm gelegt wurde. Massnahmen zur Kostensenkung und Strukturanpassung sowie eine deutliche Markterholung im zweiten Halbjahr 2020 hätten dann zu einer substanziellen Verbesserung von Umsatz und Ergebnis geführt, teilt das Unternehmen mit. ZF habe dabei auch von seiner starken Präsenz im chinesischen Markt profitiert. Die Wirtschaft Chinas erlebte seit dem Frühsommer 2020 einen anhaltenden Aufschwung.

Vorrang für E-Mobilität

Wolf-Henning Scheider, Konzernchef ZF Group Friedrichshafen setzt auf Elektromobilität.

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PD

Das Magazin Automobilproduktion schreibt, dass der Konzern das deutliche Minus beim Jahresergebnis auch auf hohe Vorleistungen für Zukunftsaufgaben zurückführe, ohne darauf im Detail näher einzugehen. Damit dürften neben Abfindungen für ein laufendes Stellenabbauprogramm vor allem Investitionskosten in neue Technologien gemeint sein. Der Konzern hatte im Herbst 2018 angekündigt, innerhalb der folgenden fünf Jahre mehr als 12 Milliarden Euro in die E-Mobilität und das autonome Fahren zu stecken. Im Gegenzug sollen weltweit 15000 Arbeitsplätze abgebaut werden.