Autokrise zwingt SFS, Autoneum und DGS Druckguss zu Kurzarbeit auch in der Ostschweiz

Industriebetriebe, die als Autozulieferer tätig sind, werden wegen temporärer Stilllegung von Autofabriken ihre Produkte nicht mehr los. Deshalb müssen sich Firmen wie SFS in Heerbrugg, Autoneum in Sevelen und die St.Galler DGS Druckguss selbst Beschränkungen auferlegen. Von Stellenabbau aber ist nicht die Rede.

Thomas Griesser Kym
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Da wurde noch gearbeitet: VW-Mitarbeiter im Werk im ostdeutschen Zwickau. Nun schliessen Autobauer rund um die Welt Fabriken vorübergehend.

Da wurde noch gearbeitet: VW-Mitarbeiter im Werk im ostdeutschen Zwickau. Nun schliessen Autobauer rund um die Welt Fabriken vorübergehend.

Uwe Meinhold/EPA (25. Februar 2020)

Rund um die Welt machen Autohersteller wegen des Corona-Virus und des Nachfrageeinbruchs temporär Werke dicht. Das trifft auch Ostschweizer Hersteller, die als Autozulieferer tätig sind. Denn wenn die Kunden ihre Produktion stilllegen, fallen Lieferabrufe aus. Das schlägt voll auf die Lieferkette durch.

Ein Beispiel ist der Rheintaler Befestigungstechnikkonzern SFS mit Sitz in Heerbrugg. An verschiedenen Standorten, vor allem in Europa und Nordamerika, werden Kurzarbeit und ähnliche Massnahmen eingeführt.

Kurzarbeit, aber kein Stellenabbau 

Betroffen ist vor allem die Sparte Automotive, während etwa die Nachfrage im Geschäft mit der Medizinalindustrie nach wie vor gut ist, wie SFS-Sprecher Claude Stadler sagt. Ausserdem werden Neuprojekte weiterhin fortgeführt.

Stadler sagt aber: «In der Schweiz werden ab April die meisten der rund 2500 Mitarbeitenden von Kurzarbeit betroffen sein.» Und: «Wir sind bestrebt, das Beschäftigungsniveau zu halten und planen keinen Stellenabbau.»

«Massive» Belastung des Geschäftsgangs

Die Corona-Pandemie belaste den Geschäftsgang «massiv», schreibt der Autozulieferer Autoneum. Der Konzern hat in der Schweiz 500 Mitarbeitende, davon 300 am einzigen hiesigen Produktionsstandort Sevelen und 200 am Winterthurer Hauptsitz. Autoneum beliefert vor allem deutsche Autobauer. Nahezu alle Kunden in sämtlichen Regionen hätten Fabriken vorübergehend geschlossen.

«In der Schweiz gilt seit Montag bis vorerst 30. April Kurzarbeit», wie Autoneum-Sprecherin Anahid Rickman sagt. Zudem werde man die Zahl der Temporärkräfte reduzieren.

DGS Druckguss füllt noch die Lager

Ähnlich betroffen zeigt sich die DGS Druckguss Systeme AG in St. Gallen. «Wir hängen in der Schweiz mit unseren 420 Mitarbeitenden zu über 95 Prozent an der deutschen Autoindustrie», sagt Firmenchef Andreas Müller.

Diese Woche produziere man noch, auch um Lager zu füllen und vor allem Prototypen und Bemusterungen für Neuteile zu fertigen, die dann in Autos verbaut werden, die 2021 bis 2023 in den Markt eingeführt werden. «Wir arbeiten also weiter an der Zukunft der DGS», sagt Müller. Ab Donnerstag bis voraussichtlich 19. April gilt bei DGS aber Kurzarbeit, und man rechne mit einem «sehr schwachen» weiteren Jahresverlauf.

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