Auszeichnung
Premiere: Mit der Ostschweizerin Barbara Ehrbar-Sutter ist erstmals eine Frau «Metzgerin des Jahres»

Seit 2007 besitzt und leitet sie die Appenzeller Breitenmoser Fleischspezialitäten AG: Barbara Ehrbar-Sutter. Seither hat sie expandiert und die Zahl der Mitarbeitenden fast verfünffacht. Jetzt ist Barbara Ehrbar-Sutter als «Metzgerin des Jahres 2021» geehrt worden.

Thomas Griesser Kym Jetzt kommentieren
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Barbara Ehrbar-Sutter mit der Trophäe für die «Metzgerin des Jahres 2021», ein Pokal in Form eines Blitzmessers.

Barbara Ehrbar-Sutter mit der Trophäe für die «Metzgerin des Jahres 2021», ein Pokal in Form eines Blitzmessers.

Bild: PD

Seit 2012 verleiht der Schweizer Fleisch-Fachverband (SFF) den Titel «Metzgerin(in) des Jahres». Die bisherigen Preisträger: lauter Männer, darunter auch zwei Ostschweizer. 2015 war es Albert Baumann, der im Oktober 2021 die Unternehmensleitung des Migros-Fleischverarbeiters Micarna in Bazenheid nach 16 Jahren abgegeben hat. 2019 war die Reihe am Appenzeller Franz Fässler, Seniorchef der Metzgerei Fässler.

Frauen? Bisher Fehlanzeige. Doch dieses Jahr, an der zehnten Austragung, ist es nun so weit. Die Abgeordnetenversammlung des SFF ehrt als «Metzgerin des Jahres 2021» Barbara Ehrbar-Sutter, Geschäftsleiterin und Inhaberin der Appenzeller Breitenmoser Fleischspezialitäten AG.

Personalbestand annähernd verfünffacht

Barbara Ehrbar-Sutter hat das Unternehmen 2007 übernommen. Damals umfasste es den Produktionsbetrieb und einen Laden. Heute sind die Spezialitäten aus der Produktion in Steinegg in vier eigenen Läden zu haben, neben dem Stammhaus in Appenzell auch in den Filialen in Teufen, Gais und Rorschacherberg. Zudem beliefert Breitenmoser Kunden wie Migros, Spar, Manor, TopCC, Prodega sowie diverse Lädeli und Restaurants in der Region. Die Zahl der Mitarbeitenden ist seit der Übernahme durch Barbara Ehrbar-Sutter von 14 auf fast 70 annähernd verfünffacht worden.

Barbara Ehrbar-Sutter pflegt die Nachwuchsförderung, und 2020 ist ihr Unternehmen« «als bester Arbeitgeber unter den mittelgrossen Unternehmen» (50 bis 99 Mitarbeitende) mit dem «Swiss Arbeitgeber Award» ausgezeichnet worden. Über den Preis als «Metzgerin des Jahres» sagt Barbara Ehrbar-Sutter wie schon über den Arbeitgeber-Award, dass es sich hier «um ein Gemeinschaftswerk handelt, zu dem jeder einzelne unserer Mitarbeitenden durch sein grosses Engagement und seine grosse Identifikation mit dem Betrieb beigetragen hat».

Quereinsteigerin aus einer Fleischfamilie

SFF-Präsident und alt Ständerat Ivo Bischofberger sagt, für ihn sei diese Auszeichnung Barbara Ehrbar-Sutters «auch eine Anerkennung der zunehmend wichtiger werdenden Rolle der Frauen in der Fleisch­branche». In der Tat haben beispielsweise Schweizer Fleischfachfrauen zahlreiche Titel an vielen nationalen und internationalen Leistungswettbewerben gewonnen.

Barbara Ehrbar-Sutter ist eine Quereinsteigerin, aber erblich vorbelastet. Bankausbildung, Auslandaufenthalte, Swissair, Reisen rund um die Welt. Und dann, 1991, Einstieg in den elterlichen Betrieb, den St.Galler Fleischverarbeiter Ernst Sutter AG (Suttero). Dort übernahm Barbara Ehrbar-Sutter nach einer Zusatzausbildung zur Marketingplanerin diverse Marketingaufgaben wie Messen und Ausstellungen sowie das ganze Exportgeschäft.

Qualität steht zuoberst

2003 wurde die Ernst Sutter AG von der Carnavi Holding übernommen, in der die landwirtschaftliche Genossenschaft Fenaco ihr Fleischgeschäft zusammengefasst hat. Damals wuchs in Barbara Ehrbar-Sutter «der Wunsch nach einer Tätigkeit in einem Familienbetrieb wie dem elterlichen in seiner ursprünglichen Form». Den sie in der Breitenmoser Fleischspezialitäten AG schliesslich fand. Barbara Ehrbar-Sutters Credo lautet:

«Wenn man die Qualität nicht bringt, hat man keine Daseinsberechtigung.»
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