AUSSCHÜTTUNG: Frohe Botschaft für die öffentliche Hand

Dank eines Rekordgewinns der Schweizerischen Nationalbank im dritten Quartal stehen die Chancen gut, dass Bund und Kantone im Geldregen stehen werden.

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32,5 Milliarden Franken Gewinn hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) im dritten Quartal verbucht. Das liegt exakt in der Mitte dessen, was die UBS geschätzt hatte (30 bis 35 Milliarden). Zusammen mit dem Semestergewinn von 1,2 Milliarden resultiert für die ersten neun ­Monate 2017 ein Gewinn von 33,7 Milliarden Franken. Damit stehen die Chancen für Bund und Kantone gut, dass sie auch für 2017 mit einer milliardenschweren Ausschüttung rechnen können. Die für die Geschäftsjahre 2016 bis 2020 geltende Vereinbarung zwischen dem Eidg. Finanzdepartement und der SNB sieht vor, dass Bund (ein Drittel) und Kantone (zwei Drittel) wie in den Vorjahren eine Ausschüttung von 1 Milliarde Franken erhalten, unter der Voraussetzung einer positiven Ausschüttungsreserve. Neu ist, dass die Ausschüttung auf bis zu 2 Milliarden Franken erhöht wird, wenn die Ausschüttungsreserve 20 Milliarden Franken überschreitet. Ende 2016 stand die Auschüttungsreserve mit 1,9 Milliarden in der Bilanz der SNB, per Ende September waren es 20 Milliarden.

Der Gewinnsprung der SNB im dritten Quartal ist vor allem der Abschwächung des Frankens gegenüber fast allen anderen wichtigen Währungen wie Euro, Dollar oder Pfund zu verdanken. Das bescherte der SNB auf ihren Fremdwährungsbeständen einen Quartalsgewinn von 30,2 Milliarden Franken. Der SNB gereichte ferner zum Vorteil, dass parallel zur Abschwächung des Frankens der Goldpreis zulegte – eine unübliche Konstellation, weil sowohl Franken als auch Gold als sichere Häfen gelten und in unsicheren Zeiten gemeinsam zu steigen pflegen und dann wieder gemeinsam fallen, sobald sich die Lage wieder entspannt. Der Anstieg des Goldpreises um 5 Prozent im Quartal führte auf den SNB-Goldreserven von stabilen 1040 Tonnen zu einem Gewinn von 1,9 Milliarden Franken. Im Übrigen konnte die SNB dank der haussierenden Börsen auch auf ihren Aktien satte Gewinne verbuchen, von denen ein kleinerer Teil von Kursverlusten auf Obligationen wieder ausradiert wurde. Einen Gewinn fuhr die SNB sodann auf Frankenpositionen ein, in erster Linie dank der Negativzinsen, die sie auf Giroguthaben ab einem gewissen Volumen erhebt.

Noch ist das Jahr nicht in trockenen Tüchern. Abstürze an den Finanzmärkten oder eine rasante Aufwertung des Frankens könnten den SNB-Gewinn teils oder ganz zunichte machen. Derzeit aber sieht es ganz danach aus, dass es erneut Geld regnen wird auf Bund und Kantone. (T. G.)