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Aus der Garage zur Nummer eins

Die Wyon AG ist Weltmarktführer in Sachen Klein-Akkus für medizinische Geräte. Die Lithium-Ion-Batterien aus Appenzell-Steinegg kommen unter anderem in Hörgeräten zum Einsatz. Wyon ist für den Prix SVC nominiert.
Stefan Borkert
Eine neue Li-Ion-Batterie der Wyon AG wird zusammengebaut. (Bild: Ralph Ribi (Ralph Ribi))

Eine neue Li-Ion-Batterie der Wyon AG wird zusammengebaut. (Bild: Ralph Ribi (Ralph Ribi))

APPENZELL-STEINEGG. Die Firmengeschichte der Wyon AG ist eine Erfolgsgeschichte. Seit das Unternehmen 1999 von der Familie Wyser gegründet wurde, geht es aufwärts. Aufträge und Mitarbeiterzahlen steigen. So ist das erst vor drei Jahren in Betrieb genommene Firmengebäude in Appenzell-Steinegg bereits wieder an seiner Kapazitätsgrenze angelangt. «Unser Neubau wird 2017 eingeweiht. Im Endausbau haben wir dann Platz für 150 bis 160 Mitarbeitende», sagt Paul J. Wyser. Seine Wyon hat es vom Start-up, das 1999 zu Hause in der Garage mit den Söhnen Philipp und Maurus loslegte, mittlerweile zur Nummer eins auf dem Weltmarkt geschafft, wenn es um Klein- und Kleinst-Akkus für medizinische Geräte geht.

Maximale Energie

Neben der Qualität hebt sich Wyon durch Ideen und praktische Umsetzungen ab, die es ermöglichen Lithium-Ion-Batterien auf kleinstem Raum optimiert in Form und Leistung unterzubringen. Klobig und schwerfällig wirken beispielsweise marktübliche Alu- oder Stahl-Akkus, die in Hörgeräten eingesetzt werden. Der Akku von Wyon ist leistungsfähig und trotzdem der Passform des Hörgeräts angepasst, so dass das Tragen solcher Geräte viel angenehmer ist. «Wir entwickeln maximale Energie für minimalen Raum», sagt Wyser. Möglich gemacht hat das unter anderem ein besonderer Kunststoff. Sohn Philipp Wyser, Co-Geschäftsführer, Projektleiter und Entwickler für neue Akku-Modelle, erklärt, dass man anfänglich noch belächelt wurde. Wegen der Durchlässigkeit könne man Akkus nicht nur mit Kunststoff ummanteln, habe es geheissen.

Ein besonderer Kunststoff

«Aber wir haben einen solchen Kunststoff trotzdem gesucht und schliesslich auch gefunden,» sagt Paul J. Wyser. «Es ist ein Kunststoff, der gasdicht ist und auch in der Raumfahrt zum Einsatz kommt», ergänzt Philipp Wyser. Dank des gasdichten Kunststoffgehäuses sei man nun in der Formgebung ziemlich flexibel, und es werde enorm viel Gewicht gespart gegenüber konventionellen Aluminium- oder Stahlgehäusen, sagt Paul J. Wyser. Wyon habe sich auf die Entwicklung und Produktion von Li-Ion-Batterien spezialisiert. Diese Technologie sei zur Zeit jene mit der höchsten Energiedichte, «was bei kleinen Batterien natürlich entscheidend ist. Ebenfalls ist die Lebensdauer von Li-Ion- Batterien so hoch, dass diese meistens der Lebensdauer des Gerätes entsprechen, in dem sie zum Einsatz kommen», erklärt der Wyon-Chef.

Menschen und Roboter

Auf einem Rundgang durch Labors, Entwicklung und Produktion fällt auf, dass überall High-Tech zum Einsatz kommt. Roboter arbeiten in speziell für die Wyon entwickelten Maschinen, und trotzdem braucht der Hidden Champion aus Appenzell immer mehr Personal. Die bestehenden Produktionseinrichtungen sind für Lithium-Ion- Batterien mit einer Kapazität von von 20 mAh (Milli-Ampere-Stunden) bis 400 mAh ausgelegt. Der Spannungsbereich reicht von 2,7 Volt (entladen) bis 4,2 Volt (geladen). «Unsere Batterien kann man mindestens 500mal laden und entladen, bevor sie unter 80 Prozent der Anfangskapazität sinken», sagt Philipp Wyser.

Wie an einer Universität

Für die Qualität der Wyon-Batterien sorgen auch Einrichtungen, die man sonst eher an Universitäten findet. So steht neben einem Rasterelektronenmikroskop auch ein Computertomograph. Investitionen, die in die Millionen gehen. Der Erfolg gibt Paul J. Wyser recht. «Unsere Qualität, unsere Flexibilität und auch unsere Arbeitsgeschwindigkeit heben uns von Mitbewerbern ab», sagt er und fährt fort: «Die äussere Geometrie und die Spezifikation für die eingebaute Sicherheitsschaltung der Li-Ion-Batterien von Wyon wird in Zusammenarbeit mit dem Kunden erarbeitet.» Es ist neben der Qualität und Zuverlässigkeit der Wyon-Batterien gerade diese Kundennähe, die geschätzt wird und auch zu Aufträgen führt.

Paul J. Wyser weiss, worauf es in der Unternehmensführung ankommt. Er war in der erweiterten Konzernleitung von Swatch bei Nicolas Hayek aktiv. Und Andy Rihs von Phonak hat das Familienunternehmen bei der Gründung unterstützt.

Paul J. Wyser (links) und sein Sohn Philipp diskutieren im Forschungslabor der Wyon AG die Entwicklung neuer Li-Ion-Batterien. (Bilder: Ralph Ribi)

Paul J. Wyser (links) und sein Sohn Philipp diskutieren im Forschungslabor der Wyon AG die Entwicklung neuer Li-Ion-Batterien. (Bilder: Ralph Ribi)

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