AUFTAKT: «Die Ansprüche an die Beratung steigen»

Die Thurgauer Kantonalbank lädt heute Gäste aus Politik und Wirtschaft zu ihrem traditionellen Neujahrsapéro ein. TKB-Chef Heinz Huber über Lage und Aussichten.

Thomas Griesser Kym
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Thomas Griesser Kym

Heinz Huber, welche Bedeutung hat der Thurgauer Neujahrsapéro für Sie?

Die Anlässe unserer Bank sind eine wertvolle Plattform für Austausch und Dialog – das ist uns wichtig und das schätzen auch die rund 400 Gäste unseres Neujahrs-Anlasses. Er bietet die Möglichkeit, e guets Neus zu wünschen, Kontakte zu pflegen und sich inspirieren zu lassen. Dieses Jahr gibt der Schweizer Astronaut Claude Nicollier Einblicke in die Raumfahrt.

Seit dem Frankenschock hat sich die Thurgauer Industrie noch nicht vollständig und nachhaltig gefestigt. Wie schätzen Sie die Lage ein?

Insgesamt hat sich die Thurgauer Wirtschaft als robust und anpassungsfähig erwiesen. Gerade die exportorientierten Industriebetriebe sehen sich von der Währungssituation weiterhin gefordert. Viele Firmen haben grosse Anstrengungen unternommen, um auch in diesem Umfeld konkurrenzfähig zu bleiben.

Die TKB hatte im August prognostiziert, 2016 einen «leicht tieferen» Geschäftserfolg zu erarbeiten als 2015. Wie ist es herausgekommen?

Unseren Jahresabschluss publizieren wir im Februar. Bei der Umsetzung unserer Strategie sind wir auf Kurs. Gefreut hat uns, dass wir das US-Programm zur Beilegung des Steuerstreits ohne Zahlung einer Busse abschliessen konnten.

Die TKB unterhält mit 29 Geschäftsstellen ein dichtes physisches Netz. Doch die Digitalisierung schreitet voran. Wann beginnen Sie, allen gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz, mit der Schliessung von Filialen?

Als Bank der Thurgauerinnen und Thurgauer legen wir auch künftig Wert auf eine dichte Präsenz im Kanton und auf persönliche Beratung. Die Digitalisierung wird dazu führen, dass Dienstleistungen verstärkt elektronisch abgewickelt werden. Wir investieren gezielt dort, wo wir einen Nutzen für unsere Kundinnen und Kunden sehen.

Raiffeisen will eine Hypothek für Leute mit kleineren Einkommen lancieren. Worauf wartet die TKB?

Als führende Hypothekarbank im Thurgau nehmen wir unsere Verantwortung wahr. Familien finden bei uns ebenso passende Angebote wie Kunden, die nachhaltig bauen oder renovieren wollen. Auch in einem lebhaften Wettbewerb ist es uns wichtig, dass Hypotheken langfristig tragbar sind und dass unser Wachstum im Hypothekargeschäft qualitativ abgestützt ist.

Welche Erwartungen haben Sie an 2017?

Aufgrund der jüngsten geopolitischen und wirtschaftlichen Entwicklungen erwarte ich ein unverändert anspruchsvolles Umfeld. Die Komplexität in der Finanzbranche nimmt aufgrund von Regulierungen und Trends wie der Digitalisierung eher zu. Die Ansprüche an die Beratung steigen. Hier sehe ich unsere Bank aber gut aufgestellt; un­sere Beraterinnen und Berater werden dieses Jahr ISO-zertifiziert. In der laufenden Strategieperiode bauen wir auf dem starken Fundament der TKB als führende Universalbank im Kanton auf.

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