Aufstand auf den Kanaren gegen Ölbohrungen

MADRID. «Hier leben wir, und hier entscheiden wir», rufen die Menschen immer wieder. Zehntausende Bürger protestieren auf den Kanarischen Inseln gegen die geplante Öl- und Gassuche vor der Küste.

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MADRID. «Hier leben wir, und hier entscheiden wir», rufen die Menschen immer wieder. Zehntausende Bürger protestieren auf den Kanarischen Inseln gegen die geplante Öl- und Gassuche vor der Küste. Und gegen die Ankündigung der konservativen spanischen Regierung in Madrid, eine im November geplante Volksbefragung auf den Kanaren zu den Ölplänen zu verbieten.

Umwelt und Tourismus

Die grössten Proteste gab es am Samstag auf Gran Canaria, Lanzarote, Fuerteventura und Teneriffa, wo jeweils Tausende Bürger und auch Touristen auf die Strasse gingen. «Nein zu Erdölkonzernen, Ja zu erneuerbaren Energien», stand auf Plakaten. Oder: «Rettet die Kanaren».

Noch dieses Jahr will der spanische Rohstoffkonzern Repsol mit Probebohrungen vor Lanzarote und Fuerteventura beginnen. Spaniens Regierung hatte die Sondierungen im Atlantik genehmigt, obwohl die kanarische Regionalregierung die Bohrungen ablehnt. Auch die Reisebranche und Umweltverbände laufen Sturm gegen das Projekt, weil sie Umweltschäden fürchten. Jedes Jahr verbringen zwölf Millionen Gäste Ferien auf den Kanaren.

Inseln mit Madrid im Clinch

Der kanarische Regierungschef Paulino Rivero will, dass die 2,1 Millionen Bewohner der vor Westafrika liegenden Inseln am 23. November über das Vorhaben abstimmen. Spaniens Industrieminister José Manuel Soria droht dagegen, die geplante regionale Volksbefragung vom Verfassungsgericht verbieten zu lassen, weil laut Gesetz nur der spanische Staat Referenden einberufen dürfe. (ze)

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