Auch nach Corona: Helvetia setzt auf Home Office

Der Versicherungskonzern mit Hauptsitz in St.Gallen hat während der Coronakrise gute Erfahrungen mit flexibler Arbeit gemacht. Im Durchschnitt sollen die Mitarbeiter rund 30 Prozent ausserhalb des Büros arbeiten.

Kaspar Enz
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Bei Helvetia wird auch nach dem Lockdown mehr zu Hause gearbeitet.

Bei Helvetia wird auch nach dem Lockdown mehr zu Hause gearbeitet.

Auch in den Büros des Versicherungskonzerns Helvetia war es in den letzten drei Monaten eher ruhig. Bis zu 90 Prozent der Mitarbeitenden arbeiteten von zu Hause aus. Die Erfahrungen waren positiv, wie das Unternehmen mit Hauptsitz in St. allen mitteilt. Nicht nur werde das Homeoffice von den Mitarbeitenden geschätzt. Auch bei den Kunden habe sich der Kontakt über digitale Kanäle schnell etabliert. Und die betrieblichen Abläufe konnten effizient aufrechterhalten werden.

«Unser Arbeitsleben wurde in seinen Grundfesten verändert. Was zuvor viele Mitarbeitende und auch das Unternehmen eher mit Skepsis betrachtetet haben, ist über Nacht zum neuen Alltag geworden», sagt Martin Jara, CEO Helvetia Schweiz, gemäss der Mitteilung. «Wir sind begeistert, wie gut Führungskräfte und Mitarbeitende die grossen Veränderungen gemeistert haben», so Jara weiter. Homeoffice soll weiterhin Teil des Alltags bei den 6800 Mitarbeitenden sein.

FlexOffice in Kultur verankern

So will die Helvetia das «Flex Office», die Arbeit von zu Hause oder unterwegs, fest in der Unternehmenskultur verankern. Zu rund 30 Prozent soll beim Versicherer künftig ausserhalb des Büros gearbeitet werden. Eine Zielgrösse, die aber flexibel gehandhabt werde, sagt Sprecher Dominik Chiavi. «Es ist kein Müssen, es ist ein Angebot an die Mitarbeitenden», sagt er. Konkrete Lösungen müssten die Mitarbeitenden mit den Vorgesetzten finden. Die Versicherung arbeite noch Rahmenbedingungen aus, wie die Einhaltung üblicher Servicezeiten oder vereinbarter Teamtreffen. Homeoffice eigne sich auch nicht für alle Funktionen gleich gut.

Home- und Mobileoffice habe es bei Helvetia schon vor der Coronakrise gegeben, sagt Chiavi. «Aber es musste erst beantragt werden.» Viele Mitarbeitende hätten es sich auch kaum vorstellen können. «Viele von ihnen haben nun festgestellt, dass es durchaus auch spannend ist und effizienter sein kann», sagt Chiavi.

Sitzungsräume statt Arbeitsplätze

Ob Helvetia wegen der vermehrten Heimarbeit weniger Büroflächen brauche, sei schwer vorauszusehen, sagt Chiavi. Längerfristig sei es aber angedacht, dass es weniger feste Arbeitsplätze gebe. «Dafür würden bestehende Räumlichkeiten beispielsweise vermehrt als Sitzungsräume genutzt.»

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