Auch die Credit Suisse entsorgt Altlast

Drucken
Teilen

Hypothekenstreit Nach der UBS hat auch die Credit Suisse (CS) ­einen Vergleich mit der National Credit Union Administration (NCUA) erzielt. Demnach zahlt die Grossbank der Aufsichtsbehörde amerikanischer Genossenschaftsbanken 400 Mio. $. Mit dieser Zahlung legt die CS ein langjähriges Gerichtsverfahren im Bundesstaat Kansas über die Verantwortung für Schäden im Zusammenhang mit dem Verkauf verbriefter Wohnhypotheken bei. Die beiden Parteien hatten sich bereits Anfang März im Grundsatz auf einen ausser­gerichtlichen Vergleich geeinigt, worauf die CS ihre entsprechenden Rückstellungen nachträglich zu Lasten des abgelaufenen Geschäftsjahres um 300 Mio. Fr. erhöhte und ihren ursprünglich gemeldeten Jahresverlust für 2016 um 272 Mio. Fr. nach oben anpassen musste, auf 2,7 Mrd. Franken.

Agenturen zitierten gestern einen CS-Sprecher in den USA, mit dem Abschluss des Vergleiches habe die Bank einen weiteren Rechtsfall zur Seite legen können. Dessen Kosten hätten für die CS keine weiteren Folgen in der Erfolgsrechnung. Der erforderliche Betrag sei per Ende März vollständig zurückgestellt gewesen.

Fünf Milliarden Dollar eingesammelt

Amerikanische Genossenschaftsbanken hatten während der Finanzkrise Anleihen gekauft, die mit Wohnhypotheken besichert waren, und dabei auf falsche oder unvollständige Prospektinformationen vertraut. Die NCUA vertritt die Interessen von fünf Genossenschaftsbanken, die im Zuge der Krise abgewickelt werden mussten. Mit der Zahlung der CS hat die Behörde nun 5,1 Mrd. $ bei jenen Banken eingesammelt, die den Genossenschaftsinstituten die verlustbringenden Geschäfte eingebrockt hatten. Vergangene Woche hatte die NCUA die Einigung mit der UBS auf eine Zahlung von 445 Mio. $ gemeldet. (D. Z.)