Asien lockt noch immer

Trotz aller Verunsicherung bei ausländischen Investoren wächst die Wirtschaft in Asien weiter. Davon profitieren Unternehmen wie das Zürcher Handelshaus DKSH. Die Dienstleistungen im innerasiatischen Handel sind im Vormarsch.

Nena Weibel
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Gold- und Kupferproduktion der australischen Minengesellschaft Oxiana in Laos. Viele Länder Südostasiens zeigten keine Anzeichen einer Krise. (Bild: epa/Vincent Gautier)

Gold- und Kupferproduktion der australischen Minengesellschaft Oxiana in Laos. Viele Länder Südostasiens zeigten keine Anzeichen einer Krise. (Bild: epa/Vincent Gautier)

ZÜRICH. Jörg Wolle zeigt sich mit dem bisher Erreichten zufrieden. Denn in Asien läuft das Geschäft mit Servicedienstleistungen für expandierende Unternehmen gut. Der Konzernchef des Zürcher Expansionsdienstleisters DKSH widerspricht somit der allgemeinen Meinung, wonach das Wachstum in den asiatischen Schwellenländern stagniere. Vielmehr trieben die asiatischen Dienstleister für Marktexpansion das regionale Marktwachstum und die Integration im asiatischen Raum voran, weiss Wolle.

Erwartung an Realität anpassen

Wolle spricht hier von einer Panikstimmung, die bei DKSH nicht durchschlage. Länder wie Burma, Kambodscha oder Laos zeigten keine Anzeichen einer Krise. Auch wenn ausländische Investoren unruhig würden, treibe der einheimische Entwicklungsbedarf das Wachstum. «Es ist ein vielschichtiges Bild. Die Psychologie ist momentan stärker als die wirkliche Marktentwicklung», sagt Wolle. Man müsse deshalb die Erwartungshaltung auf ein realistisches Niveau bringen. DKSH reagiere darauf unter anderem auch dadurch, dass es vom Handelshaus zum Dienstleister werde. Keine leichte Aufgabe, sagt auch Martin Wittig. «Es ist ein riesiger Schritt, sich als Marke bekanntzumachen», sagt der Verwaltungsratspräsident der Beratungsfirma Roland Berger Strategy Consultants Schweiz.

Eine junge Branche

Doch es rentiert sich. Als führender Dienstleister für Unternehmen, die in Asien expandieren, blickt DKSH auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2012 zurück. Es hat einen Nettoumsatz von 8,8 Mrd. Fr. erwirtschaftet. Wolle erwartet weiteres Wachstum. Vergangenen Dienstag hat DKSH zusammen mit Roland Berger ihre neuste Marktstudie vorgestellt. Die junge Branche der Dienstleistungen für expandierende Unternehmen der Schwellenländer sei noch immer stark fragmentiert und durch Intransparenz geprägt, sagt Wittig. Gerade Anbieter wie DKSH, die in ganz Asien tätig sind, hätten dabei grosse Wachstumschancen.

Markt in Asien wächst rasant

Gerade die Konsumentenmärkte wachsen in Asien überdurchschnittlich. Bis 2017 werden jährliche Wachstumsraten von 7,5% erwartet. 1 Prozentpunkt dieses Wachstums sei der Expansion asiatischer Unternehmen in diesen Märkte zu verdanken. Laut der Studie von Roland Berger haben die zehn grössten Unternehmen in Schwellenländern in den letzten fünf Jahren ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 22% erzielt, was dem Vierfachen der zehn grössten Pendants in den Industrieländern entspricht.

«Komplexität ist unser Freund»

Das hilft DKSH, die 2002 entstand aus dem Zusammenschluss der Handelshäuser Diethelm Keller und Siber Hegner. Denn viele der in aufstrebenden Märkten tätigen einheimischen Anbieter hätten den Wert von Allianzen mit Expansionsdienstleistern erkannt. «Komplexität ist unser Freund», sagt Wolle. Denn hohe Hindernisse schreckten ab, weshalb die Unternehmen sich für Auslagerungstätigkeiten Partner suchten – zum Beispiel DKSH. Und wer einmal beim Zürcher Dienstleister angekommen ist, bleibt meist auch lange Kunde. «Die 200 wichtigsten Partner sind im Durchschnitt länger als elf Jahre dabei. Das zeigt, dass es uns gelingt, längerfristige Partnerschaften zu halten», sagt Wolle.

Wachstum und Kosten

Insbesondere junge, aus einem aufstrebenden Markt kommende Unternehmen interessierten sich für Dienstleistungen, wie sie von DKSH angeboten werden. Für den Dienstleister sind besonders jene Unternehmen interessant, die hohes Wachstum bei gleichzeitig hohem Fokus auf die Kosten anstrebten, sowie jene, die sich vor allem auf die Grösse des Wachstums konzentrieren.

DKSH will dabei sein

Dabei reicht es auch in Asien längst nicht mehr, nur Produkte zu exportieren. Es brauche zunehmend Kundennähe. Hinsichtlich der Volumen überholen die Exportdienstleistungen zwischen den asiatischen Schwellenländern inzwischen jene zwischen Europa und Asien. Das asiatische Wachstum scheint kaum aufzuhalten. Und DKSH will tüchtig mitmischen.