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Arzneiautomat bleibt verboten für Zur-Rose-Tochter

Rechtsstreit Ein süddeutsches Gericht hat dem holländischen Versandhändler Doc Morris den Betrieb eines Apothekenauto­maten verboten. Diese Form der Abgabe und Lagerung von Medikamenten verstosse gegen das Arzneimittelgesetz und sei wettbewerbswidrig, urteilte das Gericht. Die Abgabe sei nur in einer Apotheke oder durch den Versandhandel einer Apotheke zulässig – beides sei nicht der Fall.

Doc Morris ist eine Tochtergesellschaft der Frauenfelder Versandapotheke und Ärztegrossistin Zur Rose. Sie hatte in der 2000-Seelen-Gemeinde Hüffenhardt in Baden-Württemberg rezeptfreie Arzneimittel verkauft. Dazu gaben Mitarbeiter in Holland nach einer Videoberatung das Medikament per Knopfdruck frei. Geklagt gegen Doc Morris hatten ein deutscher Versandapotheker, drei Apotheker aus dem Umkreis und ein Landesverband.

«Wenn die Dorfapotheke schliesst»

Zur Rose prüft laut Sprecherin Lisa Lüthi, ob man das Urteil ans Oberlandesgericht Karlsruhe weiterzieht. Sie hält fest, Hüffenhardts Einwohnern sei nicht geholfen: «Es gibt keine Apotheke, die gross angekündigte elektronische Rezeptsammelstelle gibt es nicht, und unsere Videoberatung mit Arzneimittelabgabe soll verhindert werden.» Zur-Rose-Chef Walter Oberhänsli hatte betreffend Apothekenautomaten bereits früher gesagt: «Wir wollen auch in strukturschwachen Gegenden Menschen mit Arzneien versorgen, besonders wenn die Dorfapotheke schliesst.» Beim Verwaltungsgericht in Karlsruhe hat Doc Morris vergangenen April Klage erhoben, um «elementare Rechtsfragen zu pharmazeutischen Innovationen zu klären».

Zur Rose droht in Deutschland auch von anderer Seite Ungemach: Der Entwurf des Vertrags der geplanten Koalition aus Union und SPD enthält eine Absichtserklärung, den Versand rezeptpflichtiger Medikamente zu verbieten. Zur Rose hält dies für verfassungswidrig und europarechtlich inkompatibel und will sich dagegen wehren. (dpa/T. G.)

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