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Aronia erobert die Schweiz

Eine neue Beere wird in der Ostschweiz angebaut. Die Apfelbeere oder Aronia ist gefragt. Erste Versuche mit der Wildfrucht im Thurgau und St. Gallen sind erfolgreich verlaufen.
Stefan Borkert
Ernte 2010 in Tägerwilen: In Handarbeit werden die Beeren vom Strauch gepflückt. (Bild: pd/Veiko Hellwig)

Ernte 2010 in Tägerwilen: In Handarbeit werden die Beeren vom Strauch gepflückt. (Bild: pd/Veiko Hellwig)

Amriswil/Flawil. Hoppla, ein Tropfen Aroniasaft spritzt auf das weisse Hemd. Der Fleck wird bleiben, denn der Farbstoff der Aronia oder Apfelbeere ist stark und widerstandsfähig. Diesen Farbstoff nutzt ein bekannter Gummibären-Hersteller. Er findet sich auch unter anderem in Biotta-Säften und Joghurts. Viel wichtiger aber ist für den Flawiler Peter Schmidli, Präsident IG Aronia Schweiz: «Aufgrund der bisherigen europäischen Untersuchungen ist die Aronia-Apfelbeere ein Rekordhalter an gesunden Inhaltsstoffen und gilt in einigen Ländern als Heilpflanze.

» Unter anderem an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften ist dazu eine Studie verfasst worden.

Schon zehn Hektaren

Schmidli stiess im Jahr 2008 zufällig über einen Bericht in den «Gesundheits-Nachrichten» auf die Beere. 2009 wurde dann bereits der Verein IG Aronia Schweiz gegründet, seither wächst die Mitgliederzahl.

Derzeit werden auf gut zehn Hektaren in der Ostschweiz Aroniapflanzen angebaut, sagt Veiko Hellwig, der die Beere in die Ostschweiz brachte. Lediglich im Emmental gibt es noch eine kleinere private Initiative. Von den gut 15 000 Pflanzen, die in der Ostschweiz wachsen, befinden sich rund drei Viertel im Kanton Thurgau. Hier stiess Hellwig auch offene Ohren.

Der Koch, Nuss- und Wildbeerenspezialist hatte zunächst selbst mit Aroniabeeren experimentiert und war begeistert. Die ersten Pflanzen holte er noch aus Bulgarien. Heute stammen die Ostschweizer Aroniapflanzen vorwiegend aus Österreich. «Die Pflanze als Wildgehölz ist anspruchslos, pflegeleicht, ertragreich und eignet sich hervorragend als Nischenprodukt im Biolandbau und zwar auch in Höhenlagen, wo andere Obstsorten keinen Ertrag mehr bringen», sagt Peter Schmidli.

Die Beerenpflanzer stiessen im Thurgau rasch auf Interesse und fanden Unterstützung. So sind die landwirtschaftlichen Berater des Bildungs- und Beratungszentrums Arenenberg sofort eingestiegen. Und Agromarketing Thurgau coacht die IG Aronia. Die Wildfrucht biete einiges an Potenzial, sagt Geschäftsführerin Simone May. Man helfe das Produkt weiterzuentwickeln und den Namen bekanntzumachen.

Sie denkt an gesundheitsbewusste Kunden in Drogeriemärkten und an die Bio- und Fachabteilungen von grossen Detaillisten. Aber auch im Tröpfel, in Gelées, Konfitüre, Schoggis, Joghurt, und als Beimischung von Erfrischungsgetränken käme Aronia zum Einsatz. Dabei setzt der Verein IG Aronia gezielt auf die ökologische und nachhaltige Karte.

Peter Schmidli bemerkt, dass er sich über das geschätzte Marktpotenzial in der Schweiz nicht äussern möchte, da bereits namhafte Mengen von nicht weiter deklarierter sogenannter «Bio-Importware» erhältlich seien. Dann wird er aber doch konkreter.

Bald 140 Tonnen

Immerhin würden die jetzigen Produzenten der IG Aronia Schweiz in drei bis vier Jahren, wenn die heutigen Pflanzen voll tragen rund 140 Tonnen ernten können. «Und diese Menge wird mit Garantie vom Markt aufgenommen.»

Infos: www.aroniabeere.ch

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