Armstrong schliesst Fertigung

Zur Rettung des Standortes St. Gallen will der Metalldecken-Hersteller hier die Produktion aufgeben. Jede zweite Stelle fällt weg, gestärkt wird die Entwicklung.

Drucken
Teilen

St. Gallen. Aus drei Standorten mit 320 Beschäftigten besteht die Metalldecken-Gruppe des US-Industriekonzerns Armstrong: aus St. Gallen, der europäischen Zentrale des Metallgeschäfts, Rankweil in Vorarlberg und dem englischen Stafford. Die Krise setzt dem Unternehmen zu; die Umsätze sind um 35% eingebrochen. Als Folge sieht sich Armstrong gezwungen, die Fertigungskapazität um 25% zu reduzieren.

Kurzarbeit, die Streichung pauschaler Schichtzulagen und eine Intensivierung des Vertriebs hätten zwar die beabsichtigten Resultate gebracht, doch dies reiche nicht aus.

Züglete nach Rankweil

Das Nachsehen hat der Standort St. Gallen: Bei der ehemaligen Gema soll die Fertigung geschlossen und ein Teil der Maschinen nach Rankweil sowie Stafford verlagert werden. Von den 96 Mitarbeitenden (inklusive fünf Lehrlingen) in St. Gallen verlieren 46 ihre Arbeit.

15 von ihnen wird angeboten, in Rankweil weiterzuarbeiten. «Darunter sind auch Grenzgänger, die nachher einen kürzeren Arbeitsweg hätten», sagt Marco Steg, Chef der Metalldecken-Gruppe und des Betriebs in St. Gallen. Wie für solche Mitarbeitende die Löhne und Sozialleistungen in Vorarlberg im Vergleich zur Ostschweiz aussähen, «müssen wir noch diskutieren».

Grossprojekte im Visier

Steg ortet «dringenden Handlungsbedarf». Die Firmengruppe leidet unter dem Einbruch der gewerblichen Bautätigkeit in Europa und im Mittleren Osten. Um den Standort St. Gallen nach Schliessung der Fertigung zu sichern, will er hier auf Innovation und Service setzen und dazu die Produktentwicklung verstärken. Zudem will man vermehrt Grossprojekte akquirieren, die über längere Zeit Arbeit geben, wie zum Beispiel in jüngerer Zeit die Ausrüstung der Flughäfen in Dubai oder Barcelona mit Metalldecken.

Dazu will Steg binnen ein oder zwei Jahren in St. Gallen «fünf bis zehn zusätzliche Arbeitskräfte» einstellen.

«Maximal 30 Kündigungen»

Für die nächsten zwei Wochen läuft ein Konsultationsverfahren. Steg spricht von «maximal 30 Kündigungen», wobei er hofft, diese Zahl durch Frühpensionierungen verringern zu können. Mit den Gewerkschaften und der Betriebskommission soll über einen Sozialplan diskutiert werden. Für einen solchen will sich Syna-Regionalsekretär Claudio Stefanelli «mit Vehemenz» einsetzen.

(T. G.)

Aktuelle Nachrichten