ARBEITSMARKT: Stellenzahl wächst zaghaft

Im ersten Quartal hat die Beschäftigung in der Schweiz zwar zugenommen. Aber der Schritt ist nur ein kleiner.

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Insgesamt waren im ersten Quartal 2017 in der Schweiz 4,88 Millionen Menschen beschäftigt. Das entspricht einer Zunahme um 0,4% oder 20000 Stellen im Vergleich zum Vorjahresquartal, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) mitteilte. Schwächer zeigt sich dieses Wachstum in der Betrachtung nach Vollzeitstellen. Die Beschäftigung in Vollzeitäquivalenten ist innert Jahresfrist um 0,2% auf 3,81 Millionen gestiegen.

Erneut ist dabei die Zahl der Vollzeitstellen in der Industrie zurückgegangen, im Vergleich zum Vorjahresquartal um 0,7 %. Bei den Dienstleistungen hingegen ist die Stellenzahl gestiegen, um 0,6%. Dennoch sagt UBS-Ökonom Alessandro Bee zur Nachrichtenagentur SDA, dass sich die Industrie «auf dem Weg zur Stabilisierung» befinde. «Es zeigt sich immerhin eine Stagnation und kein Rückgang mehr, wenn man von der Uhrenindustrie absieht», erklärt Bee.

«Es ist nur ein Schritt»

Insgesamt bilanziert der UBS-Ökonom aus den Beschäftigungszahlen, dass sich die Schweizer Wirtschaft zwar erholt: «Aber es ist nur ein Schritt zurück zur Normalität.» Denn das Beschäftigungswachstum um 0,2% sei immer noch weit entfernt von dem Wachstum von jeweils über 1% von 2010 bis 2015.

Insofern spiegelt sich im verhaltenen Beschäftigungswachstum das uneinheitliche Bild der wirtschaftlichen Situation in der Schweiz. Zwar zeigen die Einkaufsmanager-Indices (PMI) der letzten Monate, dass in den Unternehmen eine verbesserte Stimmung herrscht, die auf eine künftige deutliche Zunahme des Bruttoinlandprodukts schliessen lässt. Gleichzeitig ist jedoch die Industrieproduktion im Vorjahresvergleich zurückgegangen und die Exporte stagnieren. «Wir sehen eine leichte Erholung vom Schock 2015», fasst Bee zusammen. (sda)

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