ARBEITSMARKT: Die Ostschweiz verliert Jobs

Seit der Aufhebung des Euromindestkurses im Januar 2015 haben bereits 71 Ostschweizer Unternehmen Massenentlassungen angekündigt. Selten von Erfolg gekrönt sind Konsultationsverfahren.

Kaspar Enz
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Bei der Sia Abrasives in Frauenfeld werden 250 Stellen abgebaut. (Bild: Andrea Stalder)

Bei der Sia Abrasives in Frauenfeld werden 250 Stellen abgebaut. (Bild: Andrea Stalder)

Bei der Sia Abrasives in Frauenfeld sollen Anfang nächsten Jahres 250 Stellen verschwinden, bei der Schliessung der Petroplast Vinora in Andwil gehen 90 Arbeitsplätze verloren, wie letzte Woche definitiv entschieden wurde. Massenentlassungen wie diese sind in der Ostschweiz keine Seltenheit mehr: Seit Anfang des vergangenen Jahres fielen in den Kantonen Thurgau und St.Gallen 2600 Stellen Massenentlassungen zum Opfer. Im Kanton St.Gallen meldeten schon in den ersten zwei Monaten dieses Jahres bereits 16 Betriebe Massenentlassungen an. Voraussichtlich betroffen sind 743 Arbeitsplätze.

Margen sind verschwunden

Die von den Schliessungen und Verlagerungen betroffenen Arbeitnehmenden dürften es zudem schwerer haben, neue Stellen zu finden, als zu besseren Zeiten: Die Ostschweizer Exportindustrie baut seit der Aufhebung des Euromindestkurses im Januar 2015 kaum noch Stellen auf. Als Reaktion auf den starken Franken hätten viele Unternehmen die Preise gesenkt und einen Schwund der Margen in Kauf genommen, sagt Ökonom Peter Eisenhut. Dadurch seien viele Unternehmen in der Verlustzone. Die Zahl der Arbeitslosen steigt in der Ostschweiz überdurchschnittlich.

Verfahren mit wenig Erfolg

Als Massenentlassung gilt, wenn eine Firma einen gewissen Anteil ihrer Belegschaft in kurzer Zeit abbaut. Dann dürfen die Mitarbeiter im Konsultationsverfahren Ideen einbringen, um den Abbau zu lindern. Doch das Verfahren hat selten Erfolg. Es sei oft eine Alibiübung, sagt Gewerkschafter Thomas Wepf.

Mehr zum Thema in der Ostschweiz am Sonntag vom 13. März.