Apple-Zulieferer Foxconn will Betriebsräte

PEKING.

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PEKING. Die Ankündigung war gut terminiert: Kurz vor dem traditionellen Neujahrsfest – in China hat gestern das Jahr der Schlange begonnen – kündigte der Elektronikkonzern Foxconn an, nach den Feiertagen in seinen chinesischen Fabriken demokratische Betriebsratswahlen abhalten zu wollen. Kritiker sprechen von einer PR-Aktion, doch Foxconns Versprechen ist wohl nicht nur an Grosskunde Apple gerichtet, der wegen seiner Geschäfte mit dem umstrittenen taiwanischen Zulieferer seit langem kritisiert wird.

Kampf um Arbeitskräfte

Foxconn dürfte auch hoffen, damit möglichst viele Arbeiter nach dem Fest zurück an seine Fliessbänder locken zu können. Denn nach dem Neujahrsfest stehen chinesische Fabrikmanager vor der bangen Frage, ob sie noch genügend Angestellte haben werden oder ob sie einmal mehr die Löhne anheben müssen, um auf dem zunehmend umkämpften Markt für Arbeitskräfte wettbewerbsfähig zu bleiben.

Prominente Kunden

Die 1,2 Mio. Foxconn-Angestellten, die an 13 chinesischen Standorten für Apple, Hewlett-Packard, Microsoft oder Nokia produzieren, stehen seit Jahren im Fokus der Öffentlichkeit. Sollten die Wahlen tatsächlich erfolgreich verlaufen und die neuen Betriebsräte die Interessen der Arbeiter effektiv vertreten, könnte dies Folgen haben für Chinas ganze Industrie. Foxconn wird seit Jahren von Arbeitsskandalen erschüttert, was auch die Kunden ärgert. (ba)