Apple und Co.: Irland stopft Steuerschlupfloch

LONDON. Irland gibt internationalem Druck nach und schliesst ein Schlupfloch, das multinationalen Konzernen eine Steuervermeidung in Milliardenhöhe ermöglichte.

Sebastian Borger
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LONDON. Irland gibt internationalem Druck nach und schliesst ein Schlupfloch, das multinationalen Konzernen eine Steuervermeidung in Milliardenhöhe ermöglichte. Ermittlungen des US-Senats zufolge konnte der Computerkonzern Apple mit Hilfe seiner drei irischen Tochterfirmen statt der üblichen 12,5% zuletzt lediglich 2% Unternehmenssteuer zahlen oder Abgaben sogar ganz vermeiden.

Die grenzüberschreitende Besteuerung grosser Unternehmen sei ein globales Problem und erfordere ein global koordiniertes Vorgehen, sagte Finanzminister Michael Noonan gestern. Irland wolle «Teil der Lösung sein».

Apple machte sich eine Diskrepanz in der Steuergesetzgebung der USA und Irlands zunutze. Durch einen Mechanismus namens Double Irish (doppelter Ire) werden Gewinne nicht dort ausgewiesen, wo sie erzielt werden, sondern am Standort der niedrigsten Besteuerung. Irland erlaubte bisher zusätzlich die nominelle Ansiedlung von Tochterfirmen an Finanzplätzen wie Bermuda oder den Cayman-Inseln, die keinerlei Unternehmenssteuer berechnen. Kurzerhand nannte der demokratische US-Senator Carl Levin die grüne Insel eine «Steueroase». Das hat Irland ebenso geschadet wie ein Prüfverfahren der EU-Kommission, das die Steuertricks von Multis unter Beihilfe Irlands, Luxemburgs und Hollands aufdecken will. Gestern beeilte sich Noonan mit der Aussage, es gebe «nicht sehr viele» andere Firmen wie Apple, die den Trick der staatenlosen Gewinne anwendeten.

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