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Apple Pay konkurrenziert Twint

Nach Grossbritannien ist die Schweiz das zweite Land in Europa, in dem in Kürze der Bezahldienst Apple Pay startet. Erforderlich zum Nutzen der Twint-Konkurrenz sind eine Kreditkarte und ein iPhone.
Thomas Griesser Kym

ZÜRICH. Vor gut zweieinhalb Wochen haben die beiden konkurrierenden Schweizer Bezahl-Apps Paymit und Twint auf kommenden Herbst ihre Fusion angekündigt – dies auch mit Blick auf Bezahldienste marktmächtiger ausländischer Konzerne wie Apple, Google oder Samsung, die über kurz oder lang in den Schweizer Markt eintreten.

Nun ist es bald soweit: In den kommenden Monaten, die Rede ist von frühestens Sommer, geht der Bezahldienst Apple Pay hierzulande an den Start. Nutzer von Apple Pay müssen eine Kreditkarte hinterlegen. Apple Pay ist an Kassen nutzbar, die kontaktloses Zahlen mit der Funktechnik NFC (Near Field Communication) erlauben. Die Industrie rüstet schrittweise alle Terminals mit NFC aus. So müssen beispielsweise bis 2020 europaweit alle Visa-Terminals kontaktloses Zahlen per Kreditkarte wie auch mit mobilen Geräten wie Smartphones, Smartwatches oder Tablets akzeptieren. Bisher ist kontaktloses Zahlen in der Schweiz an 100 000 oder 60% aller Terminals möglich.

Schweiz als idealer Testmarkt

Als Partner hat Apple Pay bisher die beiden Kreditkartenanbieter Mastercard und Visa gewonnen. Dabei kommt es aber auch darauf an, ob der nachgelagerte Kartenherausgeber mitzieht. Bisher haben sich dazu die Cornèr-Bank-Gruppe mit der Bonuscard.ch als Herausgeberin von Visa-Karten und mit der Cornèrcard sowie die Swiss Bankers Prepaid Services AG bereit erklärt. Mit weiteren Herausgebern laufen noch Gespräche.

Apple Pay funktioniert mit allen iPhone 6' und den späteren Modellen, der Apple Watch und vier iPads. Wer eine Kreditkarte hinterlegt hat, hält beim Händler das Gerät ans Zahlterminal und bestätigt die Zahlung per Fingerprint (Touch ID). Der Datenschutz sei gewährleistet. Später soll Apple Pay auch für Online-Einkäufe funktionieren. Laut Visa ist die Schweiz prädestiniert für das Zahlen per Smartphone. Im Mai seien bereits 11,3% aller Visa-Transaktionen kontaktlos abgewickelt worden – ein doppelt so hoher Anteil wie vor einem Jahr. Umgekehrt werden aber in der Schweiz immer noch 60% aller Einkäufe bar bezahlt.

Twint zeigt sich gelassen

Die Promotoren der Schweizer Bezahl-App Twint begrüssen laut eigenen Angaben den Wettbewerb. Der Markteintritt von Apple Pay werde die Nutzer für mobiles Zahlen weiter sensibilisieren. Twint sieht als Vorteil, dass die App nicht nur Konsumenten mit iPhone offen steht, sondern auch jenen mit dem Betriebssystem Android. In Twint lassen sich zudem Kundenbindungskarten und Coupons integrieren, und man kann Geld an Freunde überweisen. Dafür kann man mit Apple Pay global zahlen. Wichtig: Bisher lässt Apple auf seinen Geräten NFC exklusiv für Apple Pay zu. Wer Twint mit iPhone nutzt, bedient sich Bluetooth', was ein zusätzliches Zahlterminal erfordert. Paymit funktioniert mit dem Scannen eines QR-Codes. Die neue Twint sei aber für NFC gerüstet, falls Apple seine Politik ändere.

Auf die Fusion zur neuen Twint geeinigt haben sich die fünf grössten Schweizer Banken UBS, CS, Raiffeisen, Zürcher KB und Postfinance, SIX, die Migros, Coop und Swisscom. Möglich ist, dass sich einzelne Kartenherausgeber, die mit Twint-Promotoren verbandelt sind, Apple Pay verweigern, um Twint zu schützen. So ist an Swisscard die CS beteiligt, und hinter Viseca stehen Kantonalbanken und Raiffeisen.

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