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Apple ist eine Billion wert: Ein Meilenstein als Menetekel

Der iPhone-Hersteller Apple hat eine Börsenkapitalisierung von einer Billion US-Dollar erreicht. Ein anderer Konzern hat dies auch schon geschafft – und ist danach abgestürzt.
Maurizio Minetti
Apples Software-Chef Craig Federighi an einer Entwicklerkonferenz. (Bild: Jose Sanchez/AP, San Jose, 4. Juni 2018)

Apples Software-Chef Craig Federighi an einer Entwicklerkonferenz. (Bild: Jose Sanchez/AP, San Jose, 4. Juni 2018)

Normalerweise ist das Sommerquartal das schwächste im Geschäftsjahr von Apple. Grund: Weil jeweils im Herbst neue iPhones lanciert werden, zögern Konsumenten im Sommer mit dem Kauf neuer Apple-Smartphones. Doch dieses Jahr hat der Computerkonzern aus dem kalifornischen Cupertino die Erwartungen der Analysten im soeben abgeschlossenen Quartal weit übertroffen; die iPhone-Verkäufe haben stark zugelegt. Der Aktienkurs von Apple legte um mehr als 5 Prozent zu.

Für einmal standen bei der Bekanntgabe der Zahlen diese Woche weniger die Absatzzahlen als vielmehr der Börsenwert des schon heute wertvollsten Konzerns der Welt im Fokus. Die Aktie von Apple hat nämlich soeben den Wert von 207.05 US-Dollar erreicht – damit ist Apple das erste US-Unternehmen mit einem Börsenwert von einer Billion US-Dollar. In der Sprache der Amerikaner ist der Computerhersteller jetzt eine «trillion dollar company». Diesen astronomischen Wert hat Apple nicht zuletzt dank der Lancierung des äusserst erfolgreichen iPhones vor mehr als zehn Jahren erreicht.

Global gesehen hat schon einmal ein Unternehmen diesen Meilenstein erreicht. Beim Börsengang in Schanghai wurde der staatlich kontrollierte Ölgigant PetroChina im November 2007 mit über einer Billion US-Dollar bewertet. Möglich machte dies der damals rasant steigende Ölpreis. Doch dann folgte der Absturz: Bis zum Ende des darauffolgenden Jahres hatte PetroChina 260 Milliarden US-Dollar verbrannt – schuld war der sinkende Ölpreis. Bis heute hat PetroChina im Vergleich zum Rekordwert beim Börsengang gut 800 Milliarden US-Dollar an Marktwert verloren.

Vom Thron in den Keller

Es ist dieses Beispiel, das einige Beobachter Vorsicht walten lässt. Bloomberg etwa schreibt von «Geistern der Vergangenheit». Tatsächlich scheint ein Fluch über den wertvollsten Unternehmen der Welt zu liegen. Beispiel Microsoft: Der von Bill Gates gegründete Konzern avancierte 1997 mit einem Börsenwert von 261 Milliarden US-Dollar zum damals wertvollsten Konzern der Welt. In den folgenden Jahren stieg der Börsenwert weiter auf über 600 Milliarden Dollar an – doch mit dem Platzen der Dotcom-Blase um die Jahrtausendwende verlor Microsoft in nur einem Jahr 370 Milliarden Dollar an Marktwert.

Es dauerte Jahre, bis sich der Softwarehersteller wieder aufgerappelt hatte. Erst im Oktober 2017 erreichte Microsoft wieder den Wert von 1999. Heute gehört Microsoft mit Amazon, Apple und der Google-Mutter Alphabet zu den wertvollsten Firmen der Welt. Anders erging es Exxon Mobil und General Electric: Einmal vom Thron gestossen, haben die beiden ehemaligen Vorzeigeunternehmen ihre Topwerte nicht mehr erreicht.

Ob auch bei Apple nach der Krone der Absturz droht, bleibt abzuwarten. In den letzten Jahren war schon vielfach von «peak smartphone» die Rede, also von der Annahme, dass die Nachfrage nach Smartphones irgendwann zu einem Ende kommen könnte. Eine solche Entwicklung würde Apple empfindlich treffen. Doch das ist bis heute nicht passiert. Und «das nächste grosse Ding» lässt weiterhin auf sich warten. Noch verkaufen sich Smartphones wie warme Weggli.

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