Apple ist 1,4 Billionen Dollar wert – so deklassiert der Tech-Gigant die Konkurrenz

Der iPhone-Konzern ist 1,4 Billionen Dollar wert: So schafft er es, die Oberhand zu behalten.

Leo Eiholzer
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Ein Apple-Laden in Peking.

Ein Apple-Laden in Peking.

Bild: Keystone

Als Apple im Sommer 2018 zum ersten Unternehmen in der Geschichte mit einem Wert von mehr als einer Billion Dollar wurde, war das eine Sensation. Heute: kaum der Rede wert. Nicht nur, weil die Konkurrenten Microsoft und Google in den letzten Wochen beinahe unbemerkt die Marke ebenfalls übersprungen haben. Sondern auch, weil Apple selbst die Billionengrenze pulverisierte. Der Konzern ist massiv im Aufwind. Der Aktienkurs hat sich verdoppelt. Apple kratzt an der 1,4-Billionen-Dollar-Grenze.

Gestern publizierte Zahlen zeigen, wie der Konzern es schafft, seine Konkurrenten abzuhängen. Apple verdient einen Grossteil seines Geldes immer noch mit dem iPhone, rund 60 Prozent. Die Verkäufe nahmen erstmals seit Jahren zu. Mac und iPad werden weniger wichtig. Dafür steigen zwei neue Zweige auf: Zum einen der Verkauf der sogenannten Wearables wie der Apple-Watch oder der Airpod-Kopfhörern. Dieser Teil wuchs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 37 Prozent auf 10 Milliarden Dollar. Zweitens das Geschäft mit den Abo-Diensten, also den Streaming-Services Apple-Music oder Apple TV Plus. Dieses wuchs um 17 Prozent auf 12,7 Milliarden.

Apple hat seinen Wert innert einem Jahr um 725 Milliarden gesteigert. Das ist mehr, als alle Facebook-Aktien zusammen überhaupt wert sind. Vor einem Jahr sagten Analysten Apple noch einen Aktieneinbruch voraus. Doch die Investoren scheinen Gefallen daran gefunden haben, dass Apple versucht, den Übergang zum Dienstleistungskonzern zu schaffen, der Abogebühren für seine Services verlangt. Einige Aktionäre sehen dies aber kritisch. Apple reite auf einer Enthusiasmuswelle, sagten sie und verkauften.

Das gegensätzliche Geschäftsmodell verfolgt Google und dessen Mutterkonzern Alphabet. Während Apple mit seinen Diensten direkt über Abogebühren Geld verdienen will, bietet Google sie gratis an. Dafür sammelt der Konzern enorme Mengen an Daten über seine Nutzer und nutzt diese für personalisierte Werbung. Apple verkauft sich selbst als Firma, die gegen die Datensammelwut einsteht. Die Kursentwicklung scheint Apple recht zu geben. Während sich der Aktienwert des Apfelkonzerns verdoppelte, legte derjenige von Alphabet zwar ebenfalls zu, allerdings nur um rund 36 Prozent.

Google ist komplett vom Werbegeschäft abhängig

Google versucht sich darin, auch Handys und andere Hardware zu verkaufen. Allerdings sind die Absatzzahlen im Vergleich zum Werbungsgeschäft mickrig. Google, beziehungsweise Alphabet, verdiente 2018 136 Milliarden, 116 davon mit Werbung. Googles Geschäftsmodell könnte in Gefahr geraten, sollten strengere Datenschutzgesetze eingeführt werden oder die Nutzer sich zunehmend am «Datenkraken»-Google stören.  

Microsoft wächst zwar auch stark, ist aber weit davon entfernt, Apple den Platz als Nummer Eins streitig zu machen. Das Kurswachstum wird laut Analysten von einem neuen Standbein getrieben: Cloud-Dienstleistungen für Unternehmen. Sie bringen dem Windows-Unternehmen mittlerweile einen Drittel der Einnahmen. Ein weiteres Drittel kommt aus dem Verkauf von Office-Abos für Programme wie Word oder Outlook. Der Rest vor allem aus Lizenzgebühren für das Betriebssystem Windows.

Die Zukunftsaussichten von Apple könnten vom Coronavirus getrübt werden. Konzernchef Tim Cook sagte gegenüber Investoren, einige Zulieferbetriebe befänden sich in der am stärksten betroffenen Region um die Stadt Wuhan in China. Diese werden vorderhand geschlossen bleiben. Die Prognose für das nächste Quartal sei deshalb weniger präzis.