WELTNEUHEIT
Auszeichnung fürs Befeuchten von Getreidekörnern: Appenzeller Swisca gewinnt renommierten Müllereipreis

Vor drei Jahren von ehemaligen Bühler-Mitarbeitenden gegründet und dann in einen Rechtsstreit verwickelt, hat das Appenzeller Start-up eine Fachjury mit einem innovativen Sprühsystem überzeugt. Mit diesem werden die Getreidekörner bereits ganz am Anfang ihrer Verarbeitung mit einem Wassernebel behandelt zwecks einer hohen Mehlausbeute.

Thomas Griesser Kym
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Visualisierung der Befeuchtung der Getreidekörner in der Swisca-Anlage.

Visualisierung der Befeuchtung der Getreidekörner in der Swisca-Anlage.

Bild: PD

Mit einem neuartigen Sprühsystem für die Getreideverarbeitung hat die Appenzeller Start-up-Firma Swisca AG an der Internationalen Müllerei-Messe IAOM in den USA den Best-of-Show-Award gewonnen. Überzeugt an der Weltneuheit der Swisca habe die Fachjury vor allem das als einzigartig deklarierte Befeuchtungssystem «Dampe».

Dabei wird das Getreide mittels Düsen bereits ganz am Anfang der Verarbeitungskette in der Mühle mit Wassernebel besprüht. So sei später eine höhere Effizienz in der Mehlgewinnung möglich. Gleichzeitig punkte die Innovation mit einer bisher unerreicht hohen Energieeffizienz und mit grosser Lebensmittelsicherheit.

Hohe Mehlausbeute dank präziser Befeuchtung

Das Befeuchten der Getreidekörner ist wichtig, um eine gleichmässige Vermahlung und eine hohe Mehlausbeute zu erreichen. Mit der Erfindung der Swisca könne die Feuchtigkeit und Dichte bereits während der Verwiegung präzise gemessen und die Wasserzugabe exakt kalkuliert werden.

Ruedi Weiss, Nordamerikachef der Swisca AG.

Ruedi Weiss, Nordamerikachef der Swisca AG.

Bild: PD

Die Swisca hat die Maschine zusammen mit der St.Galler Firma Trinox Engineering AG entwickelt. Die in Appenzell hergestellten Swisca-Maschinen, vor allem hochpräzise Waagen, werden in gut 40 Länder exportiert. Den Müllereipreis entgegen nahm in Little Rock im US-Staat Arkansas eine Swisca-Delegation um Nordamerikachef Ruedi Weiss.

Rechtsstreit mit dem Bühler-Konzern

Die Swisca ist vor drei Jahren von acht früheren, teils langjährigen Mitarbeitenden der Uzwiler Bühler Group gegründet worden, die bei dem Technologiekonzern ein gutes halbes Jahr zuvor gekündigt hatten. Mit Hochpräzisionswaagen traten sie rasch in direkte Konkurrenz zu Bühler, dem Weltmarktführer bei Getreidemühlen. In der Folge stritten Bühler und das Start-up der früheren Bühler-Beschäftigten über die Nutzung geistigen Eigentums und Know-hows durch Swisca, wobei Bühler den Rechtsweg beschritt.

Mitte Dezember 2020 wurde der Streit beigelegt. Die beiden Firmen gaben bekannt, sich aussergerichtlich geeinigt zu haben. Dabei ging es offensichtlich darum, wie Swisca die Nutzung des geistigen Eigentums und des Know-hows von Bühler, das dem Appenzeller Start-up den schnellen Markteintritt ermöglichte, abgeltet. Damals hiess es, von Bühler seien weltweit über 150'000 hochpräzise Waagen in Betrieb, und die Wäge- und Dosierlösungen aus Uzwil bauten auf mehr als einhundert Jahren Wissen auf.

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