«Anleger auf dem falschen Fuss erwischt»

ST. GALLEN. Der Euro hat an Fahrt gewonnen. So stieg der Eurokurs am Dienstag zeitweise über 1.24 Franken. Seit vergangenem Freitag hat sich der Franken gegenüber der Gemeinschaftswährung um über 3 Rp. abgeschwächt. Damit hat sich die Schweizer Währung vom Euro-Mindestkurs von 1.20 Fr.

Drucken
Teilen

ST. GALLEN. Der Euro hat an Fahrt gewonnen. So stieg der Eurokurs am Dienstag zeitweise über 1.24 Franken. Seit vergangenem Freitag hat sich der Franken gegenüber der Gemeinschaftswährung um über 3 Rp. abgeschwächt. Damit hat sich die Schweizer Währung vom Euro-Mindestkurs von 1.20 Fr. entfernt, der von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) mit unlimitierten Interventionen verteidigt wird.

Und die SNB wird dabei bleiben. Experten gehen nicht davon aus, dass die aktuelle Entwicklung ein Wendepunkt ist. Caroline Hilb Paraskevopoulos, Leiterin Anlagestrategie bei der St. Galler Kantonalbank, schätzt den Anstieg des Euro zum Franken als nicht nachhaltig ein. «Der Anstieg war in sehr kurzer Zeit sehr stark. Das weist darauf hin, dass Anleger, die auf einen schwachen Euro gesetzt hatten, auf dem falschen Fuss erwischt wurden. Sie waren gezwungen, ihre Positionen aufzulösen, sprich Euro zu kaufen», sagt Hilb.

Sie sieht für die Aufwertung des Euro zwei Hauptgründe. Zum einen seien die Anleger risikofreudiger geworden. Und zum anderen hätten sich seit der Ankündigung der Europäischen Zentralbank im vergangenen Sommer, wenn notwendig unbeschränkt Anleihen von Krisenstaaten zu kaufen, die Märkte beruhigt. Doch obwohl sich die Situation finanzmarkttechnisch entschärft hat, bleibt die allgemeine Lage fragil. «Die Risikoneigung der Anleger dürfte tendenziell auch wegen politischer Risiken wieder sinken», sagt Hilb. So stünden in einigen EU-Staaten, etwa in Italien, Wahlen bevor, was die Lage schlagartig wieder ändern könnte. (du)

Aktuelle Nachrichten