Anklage nach Datendiebstahl bei Hyposwiss

BELLINZONA. Es dürfte eine der letzten Nachwehen der früheren Turbulenzen um Hyposwiss sein. Dabei geht es um einen Datendiebstahl, von dem die St. Galler-Kantonalbank-Tochter anfangs 2012 betroffen war.

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BELLINZONA. Es dürfte eine der letzten Nachwehen der früheren Turbulenzen um Hyposwiss sein. Dabei geht es um einen Datendiebstahl, von dem die St. Galler-Kantonalbank-Tochter anfangs 2012 betroffen war. Gestern ist laut NZZ-Online die Anklageschrift gegen einen früheren externen Hyposwiss-Mitarbeiter veröffentlicht worden. Das Bundesstrafgericht in Bellinzona prüfe die Anklage am Donnerstag.

Daten der Hyposwiss entwendet

In der Anklage – im abgekürzten Verfahren im Einverständnis aller Parteien zustande gekommen – ist laut NZZ eine teilbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren vorgesehen. Davon solle der im Fokus stehende IT-Spezialist ein Jahr absitzen. Der Fall spielt sich ab am Rande des Oligarchenstreits um den Konzern Norilsk Nickel. In dessen Sog geriet 2011 auch Hyposwiss, der von der einen Seite Beihilfe zur Geldwäscherei vorgeworfen wurde. Später meldete sich bei einer Kanzlei ein Hyposwiss-Mitarbeiter und bot entwendete Hyposwiss-Daten für 2 Mio. Fr. zum Kauf an. Dabei wiederholte er die Geldwäscherei-Vorwürfe. Die Kanzlei stieg darauf nicht ein und informierte die Bundesanwaltschaft. Der Mann wurde verhaftet.

Vorwürfe sind verpufft

Weitere Informationen zum Verfahren um den Datendiebstahl waren von den Behörden nicht erhältlich. Auch nicht dazu, ob zugleich die damaligen Vorwürfe des Ex-Mitarbeiters vom Tisch sind. Die vergangene Entwicklung deutet indessen darauf hin: Ein PWC-Gutachten hatte Hyposwiss bereits 2011 von den Geldwäscherei-Vorwürfen entlastet, und auch der Streit um den Nickelkonzern ist mittlerweile beigelegt. (T.F.)