Angriff auf Tesla: Nikola holt sich den grössten amerikanischen Autobauer an Bord

General Motors steigt beim aufstrebenden Tesla-Rivalen ein. Er soll für Nikola einen Pick-up produzieren. Die Aktie beider Firmen hebt ab.

Roman Schenkel
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Nikola-Chef Trevor Milton (links) vor dem Pick-up Badger, den GM nun produzieren wird.

Nikola-Chef Trevor Milton (links) vor dem Pick-up Badger, den GM nun produzieren wird.

PD

Kaum ein Unternehmen wird so oft mit Tesla verglichen wie Nikola. Kein Wunder: Nikola hat die Nähe zu Tesla ganz bewusst gesucht. Das beginnt nur schon beim Namen. Nikola Tesla (1856-1943), ein serbischer Elektropionier war Namensgeber für beide Firmen. Während die Firma von Elon Musk auf den Nachnamen setzte, wählte der nicht weniger twitterfreudige Trevor Milton den Vornamen.

Der mit Wasserstoff betriebene Schwerlaster von Nikola.

Der mit Wasserstoff betriebene Schwerlaster von Nikola.

PD

Im Unterschied zu Tesla will Nikola einen Schwerlastwagen auf die Strasse bringen. Die erste Serie entsteht gemeinsam mit dem italienischen Lastwagenhersteller Iveco. Im nächsten Jahr sollen die Trucks, die gemäss Demonstrationsvideos von Milton fast geräuschlos fahren, zu kaufen sein.

Noch kein Fahrzeug verkauft, noch praktisch keinen Umsatz erzielt

Während Tesla auf die Elektrobatterie setzt, konzentriert sich Nikola allerdings auf die Brennstoffzelle. Genau wie Tesla mit seinen Superchargern plant auch Nikola, ein eigenes Netz von Wasserstofftankstellen aufzubauen. Bislang hat die Firma aber noch kein Fahrzeug verkauft und praktisch noch keinen Umsatz gemacht.

Daneben arbeitet Nikola an der Entwicklung eines Pick-ups, ein Geländewagen mit ebener, offener Ladefläche. Dabei erhält das Unternehmen nun namhafte Unterstützung. Am Dienstag wurde bekannt, dass der grösste US-Autobauer General Motors (GM) im Rahmen einer strategischen Partnerschaft bei Nikola einsteigt. GM, Hersteller bekannter Marken wie Chevrolet, Buick oder Cadillac, erhält Aktien im Wert von rund 2 Milliarden Dollar und wird so mit 11 Prozent an Nikola beteiligt sein.

General Motors übernimmt Produktion

Offenbar bezahlt GM diese Beteiligung nicht mit Geld, sondern in Form von Sachleistungen. Nikola erhält von GM Unterstützung im Konkurrenzkampf mit dem Elektroauto-Pionier Tesla. GM werde den Pick-up fertigen, der sowohl mit Elektro- als auch mit Brennstoffzellenantrieb auf den Markt kommen soll, hiess es am Dienstag.

Die Partnerschaft biete Nikola Zugriff auf Jahrzehnte von Zulieferer- und Produktionswissen, getestete Elektroantriebe sowie Weltklasseingenieurskunst, sagte Nikola-Chef Trevor Milton gegenüber dem TV-Sender «CNBC». «Eine bessere Partnerschaft könnte man sich nicht erträumen.»

Nikola-Aktien im Höhenflug, Tesla stürzt ab

Sein Unternehmen aus Phoenix im US-Bundesstaat Arizona mischt seit Mitte Jahr die Börse auf und sorgt dort mit ambitionierten Wachstumsplänen für Euphorie. Auch die verkündete Allianz mit GM wurde von den Anlegern bejubelt, Nikolas Aktien schossen am Dienstagnachmittag um fast 40 Prozent in die Höhe. Die Papiere von GM legten ebenfalls um knapp 8 Prozent zu.

Ganz anders sieht es bei der Konkurrenz aus. Tesla, dessen Aktie in den letzten Monaten stark gestiegen war, verlor zünftig. Am Dienstagnachmittag verlor sie fast 15 Prozent.