«An Online kommt keiner mehr vorbei»

Nachgefragt

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Seit drei Jahren ist Georg Kröll der Chef von Lidl Schweiz. Er gilt als Pragmatiker mit Durchsetzungsvermögen. In Griechenland hat er mit Lidl den Konkurrenten Aldi nach zwei Jahren nach Hause geschickt. Velo- und Skifahren sind seine Hobbys und natürlich mit Hündin Diva am Bodenseeufer spazieren gehen.

Georg Kröll, haben Sie die neue Menu Box von Lidl schon selbst ausprobiert?

Selbstverständlich. Ich bin eigentlich nie am Herd anzutreffen. Für meine Familie habe ich ein Menu aus unserem neuen ­Angebot aber gekocht. Meine ­anfänglichen Bedenken erwiesen sich als überflüssig. Die Reaktion war überragend. Mein Sohn sagte: «Papa, Du bist der beste Koch.»

Warum bietet Lidl ausgerechnet jetzt eine Kochbox an?

Lidl hat in der Schweiz nun 114 Filialen. Das bedeutet, dass wir in der Schweiz noch nicht flächendeckend auftreten. Wir wollen aber ganz klar in der ganzen Schweiz präsent sein. Mit dem neuen Angebot können wir bis in die hintersten Dorfwinkel unsere Menu Box ausliefern.

Dann ist die Menu Box in erster Linie ein Marketing­instrument?

Natürlich ist dieses Angebot auch Teil unserer Marketingstrategie. Es ist aber viel mehr, denn wir können unseren Kunden durch diese Innovation einen echten Mehrwert bieten.

Nämlich?

In Zukunft kommt keiner mehr an einem Online-Angebot vorbei. Die Menu Box ist das erste hauseigene Online-Angebot von Lidl Schweiz. Das Besondere daran ist, dass wir dieses Angebot in unsere Logistik und Infrastruktur implementieren. Von unserem Logistikzentrum in Weinfelden aus werden die Kunden per ­Paketdienst der Post beliefert. Was wir den Kunden noch bieten, ist absolute Frische.

Wie halten Sie die Kühlkette ein, und was passiert, wenn ich nicht zu Hause bin?

Wenn Sie nicht zu Hause sind, dann wird das Paket abgestellt oder beim Nachbarn abgegeben, wenn Sie das wünschen. Sie könen auch den Lieferort ändern und sich das Paket einfach ins Büro liefern lassen.

Und die Frage der Kühlung?

Wir haben Water Cool Pack’s in einer Kühltasche, die die Ware frisch halten. In Versuchen haben wir Bedingungen von über 35 Grad Celsius getestet. Auch nach Stunden war die Ware noch ausreichend gekühlt.

Wie viele Stunden?

Lange genug, dass wenn Sie abends nach Hause kommen, die Ware, die morgens geliefert wurde, noch gut gekühlt ist. 36, sogar 48 Stunden sind je nach Witterung möglich. (bor)