Amerikaner sind die Reichsten vor den Schweizern

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Vermögen Jeder Amerikaner hat im vergangenen Jahr ein Nettogeldvermögen (Vermögen minus Schulden) von umgerechnet 177210 Euro besessen. Das sind 6 Prozent mehr als 2015, wie der Versicherer Allianz in seinem «Weltvermögensreport» mitteilt. Damit haben die Amerikaner an der Spitze erstmals die Schweizer abgelöst. Deren Vermögen nahm laut Allianz netto um 2,7 Prozent auf 175720 Euro zu. Grund für den Verlust des ersten Platzes sei, dass das Vermögenswachstum in der Schweiz unterdurchschnittlich sei, stellt die Allianz fest.

Dagegen hat in den USA seit der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten im November eine Börsenrallye und die dortigen Vermögen nach oben getrieben. Zudem wertete gleichzeitig der Dollar gegenüber der Vergleichswährung der Studie, dem Euro, auf, während der Franken gegenüber dem Euro an Wert verlor. «Davon haben die Amerikaner profitiert», sagt Studienmitautor Arne Holzhausen. «Hätten wir den Wechselkurs des Vorjahres genommen, wären die Schweizer weiterhin auf Platz eins.» Aber auch so sei der Vorsprung der Amerikaner hauchdünn. Schon im laufenden Jahr könnte es wieder zu einem Wechsel an der Spitze kommen, sagte Holzhausen. Hinzu kommt: In den USA ist das Vermögen deutlich ungleicher verteilt; die Diskrepanz zwischen den Superreichen und jenen, die unterhalb der Armutsgrenze leben, ist grösser als in der Schweiz.

Vermögend, aber auch hoch verschuldet

Während das Vermögenswachstum in der Schweiz bereits seit drei Jahren hinter jenem der anderen westeuropäischen Staaten hinterherhinkt, wachsen die Schulden schon seit acht Jahren überdurchschnittlich. Hier ist die Schweiz nach wie vor Weltspitze: Jeder Bewohner steht mit durchschnittlich 93120 Euro (107000 Franken) in der Kreide. Damit liegen die Schweizer weit vor den Norwegern, die mit 69560 Euro verschuldet sind, und den Australiern (65620 Euro). Insgesamt haben die Schweizer mehr als doppelt so hohe Schulden wie die Amerikaner (44500 Euro pro Kopf). Diese hätten ihre Bilanzen im letzten Jahr konsequent saniert, hält die Allianz fest. Die Westeuropäer müssen durchschnittlich 26000 Euro Verbindlichkeiten schultern. Global sei der Schuldenabbau im vergangenen Jahr zum Stillstand gekommen. (sda/red)