Alternative Bank: Kunden haben Gelder umgeschichtet

OLTEN. Die Alternative Bank Schweiz (ABS) spürt mehrere Folgen der Negativzinsen, die sie seit Anfang Jahr ihren Kunden auf deren Privatkonten belastet.

Thomas Griesser Kym
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OLTEN. Die Alternative Bank Schweiz (ABS) spürt mehrere Folgen der Negativzinsen, die sie seit Anfang Jahr ihren Kunden auf deren Privatkonten belastet. ABS-Sprecher Bruno Bisang sagt auf Anfrage, sehr viele Kunden hätten Gelder umgeschichtet, um vom Negativzins von 0,125% möglichst wenig betroffen zu sein. Die ABS hatte ihren Kunden geraten, Gelder vom Privatkonto auf Sparkonten umzuschichten, Förder-Kassenobligationen oder Aktien der ABS zu kaufen oder, im Falle grösserer Beträge, Börsengeschäfte zu tätigen.

Auf Guthaben auf dem Privatkonto von über 100 000 Fr. verhängt die ABS einen Negativzins von 0,75%. Solche hohen Beträge auf dem Privatkonto sind zwar eher selten, weil es vor allem dem Zahlungsverkehr dient; der Lohn geht ein, und der Bankkunde begleicht seine laufenden Rechnungen. Als Folge der Negativzinsen habe bei der ABS aber kein Kunde mehr als 100 000 Fr. auf dem Privatkonto. «Alle haben umgeschichtet», sagt Bisang.

Zudem habe es zwar einige Kündigungen von Kunden gegeben; dank der Medienpräsenz der ABS habe sie aber auch Neukunden gewonnen, die das soziale und ökologische Geschäftsmodell der Bank unterstützen wollten. Auch verweist Bisang darauf, dass die Kontoführungsgebühren günstiger seien als bei einem Teil der anderen Banken.

Die ABS belastet ihren Kunden als bisher einzige Schweizer Bank Negativzinsen. Selber ist die ABS auch betroffen: Der Schweizerischen Nationalbank und anderen Geldinstituten musste sie letztes Jahr 736 000 Fr. an Negativzinsen entrichten.

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