Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

«Alle andern sind Trittbrettfahrer»

Coop hat ein gutes Jahr hinter sich. Der Grossverteiler legte sowohl beim Umsatz wie auch beim Gewinn zu. Besonders im Onlinehandel und mit Bioprodukten geht die Post ab.
Rainer Rickenbach
Coop-Chef Joos Sutter gibt die Richtung der Gruppe vor. (Bild: Georgios Kefalas/KEY (Muttenz, 15. Februar 2018))

Coop-Chef Joos Sutter gibt die Richtung der Gruppe vor. (Bild: Georgios Kefalas/KEY (Muttenz, 15. Februar 2018))

Rainer Rickenbach

2017 sei für Coop «ein grundsätzlich gutes Jahr» gewesen, sagte gestern Geschäftsleiter Joos Sutter an der Bilanzmedienkonferenz. Tatsächlich: Der Gruppenumsatz stieg um 3,1 Prozent auf 29,2 Milliarden Franken, der Gewinn kletterte um 2,2 Prozent auf 485 Millionen Franken. Mit diesen Zahlen behaupten die Basler ihren Spitzenplatz im schweizerischen Detail- und Grosshandel vor der Migros. Diese wurde von Coop vor zwei Jahren umsatzmässig erstmals übertrumpft, ist aber im reinen Detailhandel weiterhin die Nummer eins.

Zum ansehnlichen Wachstum in der schwierigen Branche trugen vergangenes Jahr in erster Linie Bioprodukte und die Heimelektronikläden bei. Fust, Microspot, Interdiscount & Co. erarbeiteten mit Computern, TV-Geräten und Mobiletelefonen einen Gesamtumsatz von 2 Milliarden Franken. «Es gelang uns, in diesem Geschäft die Konkurrenz abzuhängen», kommentiert Sutter.

Onlinegeschäft wächst stark

Für Heimelektronik gehen überdurchschnittlich viele Online­bestellungen ein. Bei Microspot habe ein neuer Onlineshop das Wachstum deutlich beschleunigt, sagt Sutter. Auch der Onlinekanal für Lebensmittel, Coop@home, legt respektabel zu. Über die gesamte Coop-Gruppe betrachtet schoss das Online-Detailhandelsgeschäft vergangenes Jahr um satte 20 Prozent in die Höhe. Die Kunden orderten über diesen Vertriebskanal Waren im Wert von total 676 Millionen Franken (siehe Grafik). Den Grosshandel mitgerechnet, macht Online bereits fast 10 Prozent des Verkaufsumsatzes aus. Das bedeutet: Coop nimmt jeden zehnten Franken im Gross- und Detailhandel aus Bestellungen ein, die auf einem PC, Tablet oder Smartphone aufgegeben wurden.

Doch der Onlineboom hat seine Tücken, denn das Wachstum setzt dem herkömmlichen Ladengeschäft zu. Der Kuchen wird nicht grösser, bloss die Verkaufskanäle verschieben sich. Die Hausmarke Betty Bossi mit ihren Fertiggerichten für die Mikrowellen etwa kommt in den Läden auch darum nicht mehr so recht voran, weil Coop@home ebenfalls Convenience-Menus anbietet. Auch die Kulinarikplattform Fooby gräbt ihr etwas Wasser ab. Zum Gewinn trägt das Onlinegeschäft mit den Nahrungsmitteln indes noch wenig bei. Laut Sutter schaute bei der Plattform Coop@home eine schwarze Null heraus.

Nach Produktgruppen betrachtet, läuft nebst der Heimelektronik das Biogeschäft wie geschmiert. «Wir haben den Biomarkt zum Erfolg geführt. Alle andern sind Trittbrettfahrer», verkündet Coop selbstbewusst die Eigeneinschätzung. Als Trittbrettfahrer betrachtet man die Migros, die nicht ganz so konsequent auf Bio setzt. Dafür haben indes jene Migros-Kunden, die keinen Wert auf Labels für naturnah produzierte Ess- und Trinkwaren legen, die grösseren Chancen, in den Verkaufsregalen fündig zu werden. Bei Coop müssen Biomuffel immer länger suchen.

Biosortiment wird weiter ausgebaut

Der Umsatz mit Naturaplan-Produkten stieg bei Coop vergangenes Jahr um 13 Prozent auf 1,4 Milliarden Franken. Laut Marketingchef Philipp Wyss will Coop bis in sieben Jahren die 2-Milliarden-Marke knacken. Für Sutter ist Bio «die zentrale Differenzierung» in einem harten Markt. Neben dem strengen Knospe-Label von Bio Suisse verkauft Coop seit zwei Jahren auch Produkte mit dem strengeren Demeter-Bio­label. Der Ausbau des Biosortiments geht dieses Jahr weiter: Coop präsentierte bereits die beiden neuen Naturaplan-Linien «Schweizer Superfood» sowie «Bauer und Handwerk». Erweitert werden zudem die jungen Linien «Bio Regio» und «Heroes».

Über alle Produkte hinweg betrachtet legte Coops Detailhandel 2017 nach einem leicht rückläufigen Vorjahr wieder zu: Der Nettoerlös stieg um 1,4 Prozent auf 17,4 Milliarden Franken. Coop leidet, wie die hiesige Konkurrenz, unter dem starken Franken und entsprechendem Preisdruck. Sutter bezifferte die kumulierten Preisreduktionen des zurückliegenden Jahres auf 40 Millionen Franken. Grosshandel und Produktion legten um gut 6 Prozent auf netto 13 Milliarden Franken zu. Auf die Transgourmet-Gruppe entfielen 9,1 Milliarden, während die Produktionsbetriebe 4,3 Milliarden beitrugen. Zu diesem Pfeiler zählen auch Gastro-Weinhändler wie Riegger oder das kürzlich gekaufte Tessiner Weinhaus Zanini-Vinattieri sowie Plattformtechnologie-Firmen wie Gastronovi. Diese bietet Gastwirten eine Cloud-Software von der Warenwirtschaft über Kasse bis hin zu Tischreservation an. Coop verfügt über flüssige Mittel von 722 Millionen Franken. Das bietet laut Sutter genügend Raum für weitere Zukäufe.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.